Hallo zusammen,
wir haben seit 2 Jahren eine 12 kWp PV-Anlage auf dem Dach und sind super zufrieden. Durch die Kombination mit unserer Wärmepumpe sind wir quasi energieautark geworden.
Jetzt beschäftigt mich aber das Thema Ertragsausfallversicherung. Bisher haben wir nur eine normale Photovoltaikversicherung über die Gebäudeversicherung laufen, die bei Schäden an der Anlage selbst greift.
Aber was ist, wenn die Anlage mal längere Zeit ausfällt? Wechselrichterdefekt, Brandschaden oder ähnliches? Dann entgehen uns ja nicht nur die Einspeisevergütung, sondern wir müssen auch wieder teuren Strom zukaufen.
Hat jemand von euch Erfahrungen mit Ertragsausfallversicherungen für PV-Anlagen? Lohnt sich das überhaupt bei der aktuellen Einspeisevergütung? Was kostet so etwas und auf was muss man achten?
Unser Energieberater meinte damals, bei kleineren Anlagen wäre das nicht unbedingt nötig, aber ich bin mir unsicher. Immerhin sparen wir im Jahr ca. 2.800 Euro Stromkosten ein.
Freue mich auf eure Meinungen!
Viele Grüße
Hi StromSparerIn,
aus beruflicher Sicht plane ich oft Anlagen und berate auch bei Versicherungsfragen.
Ertragsausfallversicherung macht bei eurer Anlagengröße durchaus Sinn, würde ich sagen. Besonders weil ihr eine Wärmepumpe habt und damit sehr stromabhängig seid.
Wichtige Punkte bei der Auswahl:
- Wartezeit beachten (meist 48-72h bis Versicherung greift)
- Maximale Entschädigungsdauer (6 Monate? 12 Monate?)
- Was ist die Berechnungsgrundlage? Nur Einspeisevergütung oder auch gesparte Strombezugskosten?
- Sind Ertragsminderungen durch Alterung ausgeschlossen?
Ich empfehle, bei 2-3 Versicherern Angebote einzuholen. Die Unterschiede sind teilweise erheblich. Manche bieten auch Kombimodelle mit der normalen PV-Versicherung an, das wird dann günstiger.
Bei eurer Konstellation würde ich es machen.
Hallo,
aus gärtnerischer Sicht kann ich zwar wenig zur Versicherung sagen, aber ich beobachte PV-Anlagen in der Nachbarschaft schon länger.
Was mir aufgefallen ist: Viele Ausfälle entstehen durch Verschattung oder Verschmutzung, nicht durch technische Defekte. Sollte man bei der Versicherung auch nachfragen, ob sowas mitversichert ist.
Ein Nachbar hatte letztes Jahr Probleme mit Vogelkot und Laub - die Anlage lief monatelang nur mit halber Leistung, ohne dass er es gemerkt hat. Eine Versicherung hätte da vermutlich nicht gegriffen.
Regelmäßige Kontrolle ist manchmal wichtiger als Versicherung.
Moin StromSparerIn,
interessante Frage! Ich hab bei meinen drei Wärmepumpen-Projekten auch immer überlegt, ob sich zusätzliche Versicherungen lohnen.
Bei PV würde ich ehrlich sagen: kommt drauf an. Wenn du wirklich 2.800 Euro im Jahr sparst, dann ist ein längerer Ausfall schon ärgerlich. Ich hatte mal einen Wechselrichterausfall bei einem Bekannten - das Ding war 6 Wochen in Reparatur, weil Ersatzteil nicht vorrätig.
Die meisten Ertragsausfallversicherungen kosten so 1-2% der Anlagensumme pro Jahr. Bei euch vielleicht 200-400 Euro jährlich? Dann müsstest du schauen: Wie oft fällt statistisch eine Anlage aus und wie lange?
Mein Tipp: Schau erst mal, ob deine bestehende PV-Versicherung nicht schon eine kleine Ertragsausfallkomponente hat. Viele haben das mittlerweile mit drin, nur halt begrenzt auf ein paar Wochen.