Hallo zusammen,
ich beschäftige mich beruflich täglich mit Versicherungspolicen und kenne die meisten Kniffe – aber bei dieser Frage bin ich neugierig, wie ihr das seht. Im August überprüfe ich gerade meine Gebäudeversicherung und der Makler hat mir vorgeschlagen, die Selbstbeteiligung von 300 auf 1.000 Euro hochzufahren. Seine Rechnung: Das soll mir angeblich 15–20% Rabatt auf die Jahresprämie bringen.
Nun, in meiner Erfahrung ist das oft viel weniger als angekündigt – eher 5–8%. Aber meine Frage ist ehrlich gemeint: Wann macht diese Erhöhung wirtschaftlich Sinn? Wenn ich nur alle zehn Jahre mal einen Schaden habe, ist das klar profitabel. Aber bei steigenden Unwetterereignissen und dem durchschnittlichen Haushalt – wo seht ihr da die Grenze?
Vor allem interessiert mich: Habt ihr selbst die SB erhöht und bereut es später, als ein Schaden kam? Oder spart ihr damit tatsächlich spürbar? Freue mich über ehrliche Erfahrungen, nicht auf Theorie.
Karsten B. hier – ich beschäftige mich ja hauptsächlich mit PV und Elektrotechnik, aber nach meinen Fachkenntnissen: Eine höhere Selbstbeteiligung ist wie eine Absicherung ohne vollständigen Schutz. Bei meinem Haus habe ich das auch gemacht und gemerkt, dass der Rabatt deutlich niedriger war als verkauft. Meine Empfehlung: Vergleich mehrere Angebote mit unterschiedlichen SB-Stufen und rechne selbst nach, nicht dem Makler vertrauen.
Interessante Frage. Ich sehe das pragmatisch: Kommt drauf an, wie stabil deine finanzielle Situation ist. Wenn 1.000 Euro Puffer ohne Stress möglich sind, dann rechnet sich die höhere SB irgendwann. Ansonsten eher nicht.
Simpl: Ich hab bei meinem Keller-Ausbauprojekt gelernt – je älter das Haus, desto niedriger die SB halten. Oder zumindest versichert, dass Wasser rausbleibt. Dann spar dir den Stress.
Nach 35 Jahren im Malerhandwerk sag ich dir: Die meisten Schäden entstehen durch kleine Versäumnisse. Dachrinne verstopft, Fenster nicht richtig gewartet – dann kommt Wasser rein. Eine hohe SB ist nur sinnvoll, wenn du dein Haus wirklich kontinuierlich pflegst. Sonst sitzt du am falschen Ende.