Hallo zusammen,
wir haben letzten Herbst eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in unserem Altbau von 1962 einbauen lassen. Der erste Winter ist rum und ich bin ehrlich gesagt etwas ernüchtert. Die Installationsfirma meinte damals, unsere alten Gussheizkörper würden mit der WP funktionieren, aber ich hab das Gefühl, dass das System nicht richtig harmoniert.
Bei den kalten Tagen im Februar mussten wir die Vorlauftemperatur auf fast 60°C hochdrehen, damit es überhaupt warm wurde. Das kann doch nicht effizient sein? Die Heizkörper werden zwar warm, aber irgendwie anders als früher mit der Gasheizung. Dauert viel länger und die Räume werden nicht so richtig mollig warm.
Jetzt wo der Sommer da ist, denke ich über Alternativen nach. Sollten wir die alten Heizkörper gegen größere austauschen? Oder vielleicht sogar eine Fußbodenheizung nachrüsten? Wobei das bei unserem Altbau bestimmt ein Riesenaufwand wäre.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie habt ihr das Problem gelöst? Bin für jeden Tipp dankbar, bevor der nächste Winter kommt.
Gruß
Rolf
Hallo Rolf,
oh je, das kenn ich! Wir hatten nach unserem Badumbau ähnliche Probleme mit der Heizung. Bei uns hat der Austausch von drei großen Heizkörpern im EG schon viel gebracht.
Ein Tipp: Schau mal nach Konvektoren oder Plattenheizkörpern mit vielen Lamellen. Die haben mehr Oberfläche und werden auch bei niedrigeren Temperaturen richtig warm. Unser Heizungsbauer meinte, dass oft schon 20-30% mehr Heizfläche reichen, um die Vorlauftemperatur um 10-15°C zu senken.
Fußbodenheizung wär natürlich optimal, aber der Aufwand... Bei uns hätten wir alle Böden rausreißen müssen. Jetzt im Sommer wär aber die richtige Zeit dafür, falls du dich doch dafür entscheidest.
Hi Rolf,
kann deine Erfahrung gut nachvollziehen. Bin Immobilienmakler und sehe das Problem häufig bei Altbauten. 60°C Vorlauftemperatur ist definitiv zu hoch für eine effiziente WP-Nutzung. Optimal wären 35-45°C.
Das Problem liegt meist an der zu geringen Heizfläche der alten Heizkörper. Die sind für hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt, WP arbeitet aber am besten mit niedrigen Temperaturen. Du hast zwei sinnvolle Optionen:
1. Größere/zusätzliche Heizkörper - relativ günstiger Aufwand, sofort umsetzbar
2. Flächenheizung (Fußboden/Wand) - teurer aber langfristig die beste Lösung
Für den Altbau würde ich erstmal mit größeren Heizkörpern anfangen. Schau mal nach Niedertemperatur-Heizkörpern mit mehr Heizfläche. Das bringt oft schon eine deutliche Verbesserung ohne Riesen-Baustelle.
Moin Rolf,
60°C Vorlauf bei einer WP ist wirklich kontraproduktiv. Wie immobilien_max schon schreibt, ist das viel zu hoch. Ich hab bei meiner Klimaanlage im Home Office ähnliche Erfahrungen mit der Effizienz gemacht - hatte da auch erst Probleme mit der richtigen Dimensionierung.
Bei Altbauten ist eine hydraulische Optimierung oft der erste Schritt. Lass mal einen Fachmann den hydraulischen Abgleich prüfen. Oft sind die Volumenströme nicht richtig eingestellt. Zusätzlich kannst du die kritischen Räume mit größeren Heizkörpern ausstatten.
Fußbodenheizung nachträglich ist im Altbau machbar, aber aufwendig. Alternative: Wandheizung oder dünnschichtige Fußbodenheizung-Systeme. Aber erstmal würd ich die bestehenden Heizkörper optimieren.