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PV-Anlage geplant – reicht 15 Grad Dachneigung für sinnvollen Ertrag?

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ImmoPeter
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(@immopeter)
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Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#34]

Hallo zusammen,

wir spielen seit längerem mit dem Gedanken, auf unser Haus eine Photovoltaikanlage zu montieren. Nachdem wir diesen Sommer die Stromrechnung schon wieder mit Schrecken geöffnet haben und die Klimaanlage im Arbeitszimmer inzwischen dauerhaft läuft, ist das Thema jetzt konkreter geworden.

Das Problem: Unser Dach hat eine Neigung von gerade mal 15 Grad. Ich habe online viel gelesen und die Aussagen gehen ziemlich auseinander. Manche sagen, unter 20 Grad lohnt sich das kaum noch, andere sagen, es kommt auf die Ausrichtung an und selbst 10 Grad seien noch okay.

Unser Dach ist Richtung Süden ausgerichtet, das ist schonmal gut soweit ich das verstehe. Fläche wären theoretisch ca. 60 Quadratmeter nutzbar. Baujahr Haus 1994, Dach wurde 2017 neu gedeckt, also die Substanz sollte passen.

Was mich zusätzlich beschäftigt: Bei flachen Dächern soll sich angeblich mehr Schmutz und Moos auf den Modulen ablagern, weil der Regen das nicht so gut abspült. Stimmt das? Und was ist mit der Statik – hat da jemand Erfahrung, ob bei einem normalen Ziegeldach aus den 90ern die Tragkonstruktion reicht oder ob man das vorher prüfen lassen muss?

Wir wollen das nicht überstürzen, aber so ein Sommer wie dieser macht einem schon deutlich, dass Eigenstromversorgung keine schlechte Idee wäre. Wäre super wenn jemand mit ähnlicher Dachkonstellation seine Erfahrungen teilen könnte.

Danke schonmal!
Peter


5 Antworten
WerkzeugWilli
Beiträge: 7
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(@werkzeugwilli)
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Beigetreten: Vor 4 Monaten

Zum Thema Statik kann ich noch was ergänzen: Moderne PV-Module wiegen je nach Typ ca. 10-15 kg pro Stück, bei einer Vollbelegung also schon ein paar hundert Kilo zusätzlich aufs Dach. Bei einem Dach von 1994 würd ich das tatsächlich nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Ich hab bei mir damals vor dem Einbau einen Statiker kommen lassen – der hat den Dachstuhl kurz angeschaut und ein einseitiges Protokoll gemacht. Hat mich 150 Euro gekostet und der Installateur wollte das sowieso sehen. Ohne das Dokument hätte der die Anlage nicht montiert.

Das 2017 neu gedeckte Dach ist natürlich ein Vorteil, weil du dann in absehbarer Zeit keine Dachsanierung hast die die Module wieder runter müsste. Das vergessen viele bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung.


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HeimwerkerTom
Beiträge: 7
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(@heimwerkertom)
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Beigetreten: Vor 4 Monaten

Wie SolarFuchs oben schreibt stimmt das mit den 8-12% Verlust, wobei ich da noch ergänzen würde: Im Sommer – also genau jetzt – ist der Unterschied zwischen 15 und 35 Grad Neigung sogar nochmal geringer als im Winter. Die Sonne steht hoch, da spielt der flache Winkel dir eigentlich in die Karten. Im Winter wenn die Sonne tief steht verlierst du dann mehr.

Für reine Eigenverbrauchsoptimierung (Klimaanlage, Warmwasser, Waschmaschine tagsüber) kann ein flaches Dach mit Süd sogar interessant sein weil du im Sommer die stärksten Lastspitzen genau dann hast wenn auch am meisten Strom erzeugt wird.

Ein Angebot einzuholen kostet nichts – ich würd mindestens drei Installateure anfragen und die Angebote vergleichen. Die rechnen dann auch gleich durch was bei deiner spezifischen Konstellation rauskommt.


Antwort
Markus P.
Beiträge: 10
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(@markuspfeiffer)
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Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ehrlich gesagt würde ich die ganzen Optimierungsberechnungen erstmal hinten anstellen und einfach zwei, drei Vor-Ort-Termine mit Solarinstallateuren machen. Die haben Simulationstools wo die dein Dach vermessen, Verschattung durch Nachbarhäuser und Bäume einrechnen und dir eine realistische Jahresprognose hinlegen. Alles andere is Kaffeesatzleserei ohne konkrete Zahlen für genau dein Objekt.

Das kostet dich nichts und dann hast du eine echte Grundlage statt Durchschnittswerte aus dem Netz.


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SolarFuchs
Beiträge: 9
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(@solarfuchs)
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Beigetreten: Vor 4 Monaten

Hallo Peter,

15 Grad Südausrichtung ist keineswegs ein Ausschlusskriterium – das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Der optimale Neigungswinkel für Deutschland liegt zwar so bei 30-35 Grad, aber bei 15 Grad Süd verlierst du im Jahresvergleich vielleicht 8-12% gegenüber dem Optimum. Das klingt nach viel, ist es aber nicht, wenn man die Gesamtrechnung macht.

Bei 60 qm nutzbarer Fläche kannst du je nach Modultyp grob 9-12 kWp installieren, das wären realistisch 8.500-10.500 kWh im Jahr – je nach Region und Verschattung. Mit dem aktuellen Einspeisetarif und vor allem dem Eigenverbrauch (den du ja durch die Klimaanlage gerade schön treiben kannst) amortisiert sich das in vielen Fällen innerhalb von 10-12 Jahren.

Zur Verschmutzungsfrage: Ja, bei flachen Winkeln ist der Selbstreinigungseffekt durch Regen geringer. Einmal im Jahr mit dem Teleskop-Wascher drüber ist aber kein großer Aufwand.

Statik: Das ist tatsächlich ein Punkt den man nicht ignorieren sollte. Ein Dachdecker oder Statiker sollte das abnehmen – gerade bei Häusern aus den 90ern ist das oft kein Problem, aber prüfen lassen kostet nicht viel und gibt Sicherheit.


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