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Carport-Dach als Terrassendach nutzen – was muss ich beachten?

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Stefan Weber
Beiträge: 4
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(@s-weber)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#28]

Hallo zusammen,

wir planen gerade einen Umbau und stehen vor einer Frage, bei der ich mir wirklich nicht sicher bin, ob unser Ansatz überhaupt sinnvoll ist.

Die Situation: Unser Haus hat eine Terrasse direkt neben der geplanten Carport-Fläche. Anstatt zwei separate Konstruktionen zu bauen – einmal Carport für das Auto und einmal Überdachung für die Terrasse – hatte ich die Idee, beides in einer einzigen Dachfläche zu verbinden. Also ein gemeinsames Dach, das auf einer Seite über dem Fahrzeugstellplatz liegt und auf der anderen Seite die Terrasse überspannt.

Jetzt frage ich mich aber: Ist das statisch überhaupt machbar, oder rede ich mir da etwas ein? Meine Hauptbedenken:

1. Die Spannweite wäre relativ groß – wir reden von ca. 7 Metern Tiefe gesamt
2. Auf der Hausseite würde das Dach an die Fassade angeschlossen, auf der Außenseite stehen Pfosten
3. Bei Schnee und Wind wäre die Last deutlich anders verteilt als bei einem normalen Carport

Haben das hier schon mal jemand so gebaut? Was sagt ein Statiker dazu – muss das zwingend vor Baubeginn geprüft werden, oder reicht da ein gutes Bausatz-System vom Hersteller?

Wir würden das gerne noch vor dem Herbst fertig haben, jetzt im Sommer wäre eigentlich guter Zeitpunkt.

Gruß, S.Weber


5 Antworten
BudgetBauer
Beiträge: 15
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(@budgetbauer)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Mal ne andere Perspektive: habt ihr schon grob Kosten verglichen, was ein angepasstes Kombi-System vs. zwei getrennte günstige Lösungen kostet? Ich frag weil – gerade wenn man das Budget im Blick hat – manchmal ein einfacherer Carport plus ne separate günstige Terrassenüberdachung am Haus billiger rauskommt als eine maßgefertigte Verbundlösung mit Statiker-Aufwand.

Mit Klimaanlage im Homeoffice hab ich das ähnlich durchgerechnet (mein Thread dazu) – da klingt die elegante Lösung erstmal besser, aber am Ende kommt man manchmal mit zwei einfacheren Lösungen günstiger weg. Kommt halt auf eure Prioritäten an.


Antwort
HausRetter
Beiträge: 14
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(@hausretter)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Die Frage kenne ich – bei Projekten mit ungewöhnlichen Spannweiten fragen sich viele, ob ein Fertigsystem reicht oder ob man wirklich zum Statiker muss. Kurze Antwort: Bei 7 Metern Gesamttiefe mit Hausanschluss kommt ihr um einen Statiker nicht herum, das ist keine Ermessensfrage.

Ein Bausatz-System ist immer für Standard-Lastfälle berechnet, aber sobald ihr von der vorgesehenen Konfiguration abweicht – und eine kombinierte Terrassen-/Carport-Konstruktion mit Hausanschluss ist definitiv eine Abweichung – gilt die Herstellerstatik schlicht nicht mehr. Dann haftet ihr selbst, wenn was passiert.

Der Hausanschluss ist übrigens der kritischste Punkt, nicht die Spannweite an sich. Je nachdem wie eure Fassade aufgebaut ist (Dämmung, Mauerwerk, Sturz), kann eine Kragarm-Lösung mit Pfetten deutlich sinnvoller sein als ein direkter Anschluss. Das sollte ein Fachmann beurteilen, nicht ein Forum.

Ich hab bei meinem Estrich-Projekt auch festgestellt, dass man manche Dinge einfach vorher abklären muss statt hinterher – siehe auch meinen Thread zu Estrich und Ausgleichsmasse, da war das genauso.

Kurzum: Statiker beauftragen, Baugenehmigung prüfen (je nach Bundesland ab ca. 30m² Pflicht) und erst dann Angebote einholen.


Antwort
Helga K.
Beiträge: 9
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(@helgakloss)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Wir haben sowas ähnliches vor ein paar Jahren gebaut, allerdings nur 5,5 Meter tief insgesammt. Holzkonstruktion, an die Fassade angedübelt mit einem ordentlichen Sturzanker.

Ich kann nur sagen: Der Statiker hat sich das eine Stunde angeschaut und zwei Dinge geändert, die wir selbst nie bedacht hätten – die Pfettendimension und den Abstand der Dachlatten. Hat uns ca. 400 Euro gekostet damals und war jeden Cent wert. Beim ersten Wintereinbruch mit 30cm Schnee war ich froh, dass wir das gemacht haben.

Für euch mit 7 Metern: auf jeden Fall zum Statiker. Das ist keine Frage.


Antwort
Anna L.
Beiträge: 8
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(@annaliebig)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich würde hier noch einen Aspekt ergänzen, der oft vergessen wird: Bevor ihr irgendetwas plant, schaut euch die Genehmigungslage an. Das klingt bürokratisch, ist aber wirklich wichtig.

Kombinierte Konstruktionen, die sowohl als Carport als auch als Terrassenüberdachung fungieren, werden von Baubehörden manchmal anders bewertet als ein reiner Carport. Je nach Bundesland kann das Einfluss auf die genehmigungsfreie Fläche haben. Was als Carport ohne Antrag möglich wäre, wird mit dem Wohnbereich verknüpft plötzlich genehmigungspflichtig.

Mit Förderprogrammen habe ich mich ja schon auseinandergesetzt (hier im Thread), und ich kann sagen: Wer Genehmigungen korrekt beantragt und Statik nachweist, hat manchmal sogar Vorteile, wenn später Förderanträge gestellt werden. Also nicht als lästiges Übel sehen, sondern als Grundlage.

Zur eigentlichen Frage: Statisch ist so eine kombinierte Konstruktion absolut machbar, das ist kein Planungsfehler an sich. Aber es braucht individuelle Planung, kein Standard-Bausatz.


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