Hallo zusammen,
ich bereite gerade mein Haus auf den Winter vor und bin etwas überfordert mit all den Sachen, die man angeblich machen muss. Als Steuerberaterin denke ich natürlich auch gleich daran, was ich alles absetzen kann - aber ehrlich gesagt kenne ich mich bei Hausbesitzer-Themen noch nicht so gut aus.
Was sollte man denn wirklich vor dem Winter machen? Heizung checken ist klar, aber was noch? Und vor allem: Was davon kann ich steuerlich geltend machen? Wartungskosten sind ja oft absetzbar, aber gilt das auch für Kleinreparaturen oder wenn ich selbst Hand anlege?
Ich hab schon mal versucht eine Liste zu erstellen, aber bin mir unsicher:
- Heizungscheck/Wartung
- Rohre isolieren (??)
- Dachrinnen reinigen
- Fenster/Türen prüfen
Was kostet so was realistisch und worauf sollte ich achten? Würde mich über eure Erfahrungen freuen, besonders auch steuerlich.
Danke schon mal!
Verena
Hi Verena,
als jemand der täglich Baustellen sieht kann ich dir sagen: Die meisten Winterschäden entstehen durch aufgeschobene Wartung. Deine Liste ist schon mal gut, aber nicht vollständig.
Wichtig zusätzlich:
- Außenwasserhähne abstellen und entleeren
- Regenrinnen und Fallrohre checken (nicht nur reinigen)
- Kellerfenster abdichten
- Frostschutz für ungeheizte Bereiche
Steuerlich: Wartungskosten sind als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzbar (20% von max. 20.000€). Materialkosten aber nicht! Kleinreparaturen bis 4.000€ netto können Vermieter sofort absetzen, als Eigennutzer geht das nicht.
Wenn du Handwerker beauftragst: Arbeitskosten immer separat ausweisen lassen. Eigenleistung bringt steuerlich nichts, außer du vermietest Teile des Hauses.
Budget für Grundcheck: 300-500€ je nach Hausgröße.
Hallo Verena,
wir machen das seit Jahren so: Im Herbst geht mein Mann systematisch ums Haus und checkt alles ab. Hab auch 'ne Liste, die ich dir gerne schicke.
Aus Erfahrung: Lass die Heizung unbedingt warten! Letztes Jahr war unsere Wärmepumpe im Januar defekt und der Notdienst war richtig teuer.
Zu den Steuern kann ich leider nicht viel sagen, bin ja keine Fachfrau wie du. Aber alle Rechnungen sammle ich trotzdem - kann ja nicht schaden.
Wichtiger Punkt den die anderen noch nicht erwähnt haben: Versicherungsschutz! Manche Schäden zahlt die Versicherung nur wenn du nachweisen kannst dass du Wartung gemacht hast.
Servus Verena,
bei meinem alten Bauernhaus aus 1890 ist Wintervorbereitung Pflichtprogramm, sonst wird's teuer.
Was bei mir jedes Jahr dazukommt:
- Ofenrohre reinigen (mach ich selbst)
- Holzfenster nachstreichen wo nötig
- Keller auf Feuchtigkeit prüfen
- Dachboden kontrollieren (Ungeziefer, undichte Stellen)
Die Photovoltaikanlage muss übrigens auch winterfit gemacht werden - Schneelasten prüfen lassen.
Steuerlich: Hab mal nachgefragt beim Steuerberater meines Sohnes - nur echte Reparaturen und Wartung durch Fachbetriebe zählen. Verschönerung oder Eigenleistung nicht.
Mein Tipp: Erst mal alle kritischen Punkte von einem Fachmann checken lassen, dann kannst du entscheiden was Profi machen muss und was du selbst schaffst.