Hallo zusammen,
ich bin jetzt seit ein paar Jahren Rentner und nutze die Zeit um mein Haus endlich vernünftig auf Vordermann zu bringen. Dieses Jahr hab ich die Fassade neu gestrichen – Grundierung, Silikatfarbe, alles sauber – aber beim Thema Förderungen bin ich wirklich kein Profi.
Jetzt steht als nächstes an: Außendämmung (WDVS) und gleichzeitig wollte ich die alten Fenster aus den 80ern tauschen lassen. Beides zusammen macht handwerklich Sinn, weil man die Fassade eh aufreißt und die Fensterleibungen dann gleich sauber einputzen kann. Das weiß ich noch aus meiner aktiven Zeit.
Aber bei der Förderung blick ich nicht mehr ganz durch. BAFA, KfW, dann gibt's noch Landesprogramme... ich hör immer wieder dass man die kombinieren kann, aber wie das genau funktioniert weiß ich nicht. Muss ich erst beantragen und dann erst beauftragen? Kann man wirklich mehrere Programme gleichzeitig nutzen oder schließen die sich gegenseitig aus?
Mein Nachbar hat angeblich 35% auf seine Dämmung bekommen, ein anderer sagt er hat nur 15% gekriegt. Wie kommt der Unterschied zustande?
Wenn jemand das durchgespielt hat oder sich damit auskennt – ich bin für jeden Hinweis dankbar. Bin auch bereit einen Energieberater einzuschalten wenn das wirklich nötig ist, aber ich wollt erst mal hier fragen.
Wolfgang, kurz und pragmatisch: Lass dir von zwei oder drei Energieberatern Angebote machen und frag die direkt welche Förderkombination sie für deinen Fall ausrechnen. Die sollen das konkret vorrechnen, nicht nur grob schätzen. Wer das nicht kann ist der falsche Berater. Zeit ist Geld, auch im Ruhestand.
Ich hab mich letztes Jahr durch ein ähnliches Thema mit Förderung gekämpft und kann nur sagen: Das ist komplizierter als es klingt. Ich hab am Ende einen Steuerberater eingeschaltet weil ich selbst nicht mehr durchgesehen hab. Für Fassade und Fenster weiß ich nur dass der Zeitpunkt der Antragstellung wirklich entscheidend ist – Stefan hat das ja schon erklärt. Mehr kann ich dazu leider nicht beitragen, zu wenig Zeit mich tiefer einzulesen.
Beim iSFP-Bonus würde ich nicht zögern. Die 5% Zusatzförderung amortisieren die Energieberaterkosten bei einem Projekt in eurer Größenordnung locker. Ich hab das für mein Lehmhaus auch so gemacht, wobei da die Materialwahl natürlich eine ganz andere war. Wichtig: Achte bei der Dämmung auf Dampfdiffusionsoffenheit der Materialien, gerade wenn die Fassade neu gestrichen ist. Was hast du denn für einen Untergrund, Vollziegel oder Hohlsteine?
Wolfgang, das ist ein klassisches Kombinationsszenario und grundsätzlich möglich. Die Kurzversion: KfW und BAFA schließen sich bei der Einzelmaßnahmenförderung (BEG EM) nicht gegenseitig aus, aber du kannst nicht zweimal dieselbe Maßnahme fördern lassen. Fenster und Dämmung sind aber getrennte Maßnahmen und können jeweils einzeln beantragt werden.
Der Unterschied bei deinen Nachbarn (15% vs. 35%) kommt höchstwahrscheinlich vom sogenannten Effizienz-Bonus oder vom iSFP-Bonus. Wenn du einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) von einem Energieberater hast und die Maßnahme darin empfohlen wird, bekommst du 5% obendrauf. Dazu kommen noch einkommensabhängige Boni für bestimmte Gruppen.
Wichtigste Regel und das ist absolut entscheidend: Antrag VOR Beauftragung. Wer den Handwerker unterschreibt bevor der Förderantrag genehmigt ist, verliert den Anspruch komplett. Das haben leider schon einige hier schmerzlich gelernt.
Ich würde dir den Energieberater wirklich empfehlen, nicht nur wegen des iSFP-Bonus, sondern weil der dir auch sagt ob die Reihenfolge der Maßnahmen technisch optimal ist.