Hallo zusammen,
ich plane für den Herbst die Dachdämmung in unserem 80er Jahre Haus zu erneuern. Bisher ist da nur dünne Glaswolle drin, die schon ziemlich durchhängt. Mein Nachbar hat letztes Jahr auf Holzfaserdämmung gesetzt und schwärmt davon, dass das Raumklima viel angenehmer geworden ist und im Sommer weniger Hitze reinkommt.
Ich hab mir mal Angebote eingeholt: Die Holzfaserplatten kosten fast das Doppelte von vernünftiger Mineralwolle. Bei ca. 120qm Dachfläche sind das schon ein paar Tausend Euro Unterschied.
Hat jemand von euch Erfahrungen mit Holzfaserdämmung gemacht? Merkt man wirklich so einen großen Unterschied beim Wohnklima, oder ist das eher Placebo-Effekt? Gerade jetzt im Sommer, wo es unter dem Dach teilweise unerträglich heiß wird, würde mich das sehr interessieren.
Und noch eine Frage: Ist die Verarbeitung komplizierter als bei Mineralwolle? Ich will das teilweise selbst machen, um Kosten zu sparen.
Danke für eure Tipps!
Helmut
Kann ich nur zustimmen! Haben letztes Jahr unser Dach mit Holzfaser gedämmt und sind sehr zufrieden. Was T.Brenner20 zur Speichermasse schreibt, stimmt absolut.
Ein weiterer Vorteil ist die Ökobilanz - wenn dir Nachhaltigkeit wichtig ist. Mineralwolle hat einen deutlich höheren CO2-Fußabdruck in der Herstellung.
Zum Preis: Ja, ist teurer, aber du musst auch die Lebensdauer betrachten. Holzfaser hält oft länger als Mineralwolle, die mit der Zeit absackt oder Feuchtigkeit zieht.
Ein Tipp für die Verarbeitung: Lass dir vom Händler zeigen, wie man die Platten richtig schneidet. Mit dem richtigen Werkzeug geht's deutlich einfacher.
Also ich hab vor 3 Jahren bei meinem Haus auf Holzfaser umgestellt und kann das nur empfehlen. Der Unterschied im Sommer ist wirklich deutlich spürbar - vorher war unser Dachboden im Juli kaum betretbar, jetzt ist es erträglich.
Der höhere Preis kommt hauptsächlich durch die bessere Speichermasse. Holzfasern können viel mehr Wärme zwischenspeichern und geben sie zeitverzögert wieder ab. Das macht sich besonders bei Hitzewellen bemerkbar.
Zur Verarbeitung: Ist eigentlich nicht schwieriger als Mineralwolle, nur etwas schwerer. Du brauchst einen guten Cutter und solltest die Platten nicht zu stark komprimieren beim Einbau. Wichtig ist auch eine ordentliche Dampfbremse.
Bei 120qm würde ich trotzdem nochmal rechnen - eventuell gibt es ja noch Förderung über die KfW? Das kann den Preisunterschied etwas abfedern.
Da muss ich mal eine andere Perspektive einbringen. Wie ich schon in einem anderen Thread geschrieben hab, sollte man Sommerprojekte realistisch planen.
Holzfaserdämmung ist definitiv eine gute Sache, aber schau dir auch die aktuellen Fördermöglichkeiten an. Die BEG-Förderung läuft noch bis Ende des Jahres, da gibt es bis zu 20% Zuschuss für Einzelmaßnahmen. Das kann den Kostenunterschied deutlich reduzieren.
Wichtig ist auch: Nicht nur Material, sondern Gesamtkonzept betrachten. Luftdichtheit, Wärmebrücken, richtige Lüftung - das alles spielt zusammen. Eventuell lohnt sich ein Energieberater vor der Entscheidung?
Holzfaser ist schon gut, aber ehrlich gesagt übertreiben manche den Hype. Hab selbst beide Materialien verbaut und der Unterschied ist nicht so dramatisch wie oft behauptet.
Wenn Budget knapp ist, nimm vernünftige Mineralwolle mit hoher Rohdichte. Das bringt auch guten Hitzeschutz und kostet die Hälfte. Bei den heutigen Energiepreisen ist jeder gesparte Euro wichtig.