Hallo zusammen,
ich arbeite gerade an der Renovierung eines wunderschönen Gründerzeithauses aus den 1890ern und bin jetzt bei der Dämmfrage angekommen. Die Räume haben diese herrlichen hohen Decken und Stuckelemente, die ich natürlich bewahren möchte – das ist ja gerade das Reizvolle an so alten Häusern.
Mein Problem: Ich soll die Innenseite der Außenwände dämmen, um die Heizkosten zu senken. Aber je mehr ich mich informiere, desto mehr lese ich von Schimmel, Taupunkt und Feuchtigkeitsstau. Eine Bekannte hat mir Angst gemacht, dass Innendämmung bei altem Mauerwerk einfach nicht funktioniert.
Ich möchte aber auch nicht das ganze historische Erscheinungsbild zerstören – es geht um ein paar Zimmer im Wohnbereich. Kann man Innendämmung wirklich sicher machen, ohne dass es später zu Problemen führt? Welche Materialien sind da überhaupt sinnvoll, und muss man wirklich überall eine Dampfbremse einbauen?
Freue mich auf eure Erfahrungen!
Bianca, das ist eine sehr berechtigte Frage! Ich bin nach meinen 8 Jahren hier im Haus immer wieder überrascht, wie unterschiedlich Häuser reagieren – auch bei ähnlichen Maßnahmen.
Bei Innendämmung kommt es wirklich auf das Gesamtpaket an: das Material, die Raumnutzung und vor allem die Lüftung. Bei Gründerzeitgebäuden wie deinem würde ich dir zu einer hygroskopischen Dämmung raten – also zu Materialien wie Holzfaser oder Kork, die Feuchte aufnehmen und abgeben können. Das ist viel verträglicher mit altem Mauerwerk als starre EPS-Platten.
Dampfbremsen halte ich bei dieser Lösung für weniger kritisch – eher solltest du auf gute Raumlüftung achten. Und ganz wichtig: Lass einen Fachmann die Wandaufbauten checken, bevor du startest. Das spart dir später viel Ärger.
Kurz und ehrlich: Bei so alten Häusern ist Innendämmung immer ein Kompromiss. Funktioniert, aber nur wenn mans richtig macht.