Hallo zusammen,
ich bin Glasermeister und arbeite viel mit Fenster- und Türrahmen, bei denen es um optimale Anschlüsse geht. Dabei stoße ich immer häufiger auf Baustellen, wo die Hausbesitzer Naturdämmstoffe wie Hanf oder Holzfaser verwenden möchten – statt klassischer Mineralwolle.
Meine Frage: Wie verhalten sich diese Materialien in der Praxis? Ich habe vor allem Bedenken beim Thema Feuchte und Langzeitbeständigkeit. Wenn ich an einem Fenster die Laibung mit Hanf dämme, kann das später zu Quellungen oder Verformungen führen? Und wie sieht es mit dem Verarbeitungskomfort aus – sind die Materialien genauso einfach zuzuschneiden wie Mineralwolle?
Auch interessiert mich: Wie ist euer Eindruck vom Preis-Leistungs-Verhältnis? Lohnt sich der Mehraufwand wirklich, oder zahlt man da vor allem für das grüne Image?
Wer hat konkrete Erfahrungen mit beiden Materialien gemacht, besonders bei Fensteranschlüssen oder Wandaufbauten? Freue mich auf eure Rückmeldungen.
Lieber FensterFritz,
wir haben in unserem Haus von 1975 vor etwa vier Jahren die oberste Geschoßdecke mit Hanfdämmstoffen ausgebaut – damals war das noch nicht so verbreitet. Der Handwerker war zunächst skeptisch, aber rückblickend würde ich es wieder machen.
Zum Thema Quellung: In einem trockenen Innenraum ist das kein echtes Problem gewesen. Wichtig ist, daß die Dampfbremse ordentlich sitzt. Bei Fensteranschlüssen würde ich ehrlich sagen: Die Verarbeitung ist etwas feingliedriger als bei Mineralwolle, aber nicht unmöglich. Der Handwerker hat mit einem scharfen Messer gearbeitet.
Der Preis war damals deutlich höher, ja. Aber wenn man es auf 25, 30 Jahre rechnet und denkt, daß das Material atmungsaktiv ist und die Raumluft besser reguliert – für uns persönlich war das die richtige Entscheidung. Nicht nur wegen des grünen Gewissens, sondern weil sich das Wohnklima wirklich verbessert hat.
Lasst mich wissen, wenn ihr noch konkrete Fragen habt!
Hey FensterFritz, also bei meiner Renovierung hab ich mich für Holzfaser entschieden – einfach, weil die bei meinem Budget realistischer war als Hanf. Und ehrlich: verarbeiten war gar kein Problem, schneiden geht super. Was mich besonders begeistert hat: das Material hat eine natürliche Wärmespeicherung, die im Sommer hilft. Bei Feuchte – solange die Konstruktion stimmt (und dafür bist du ja der Profi!) – sehe ich da bislang keine Probleme. Ob sich der Mehraufwand lohnt? Kommt drauf an, ob dir die ökologische Bilanz wichtig ist oder rein die Kosteneffizienz. Für mich war's ne gute Mischung aus Budget u. Gewissen 😊