Hallo zusammen,
wir sanieren gerade ein MFH aus den 80ern in Hannover und sind bei der Planung der Gebäudehülle angelangt. Mein Energieberater hat jetzt Vakuumdämmung für die oberste Geschossdecke vorgeschlagen – angeblich deutlich bessere U-Werte auf kleinerem Raum.
Als Ingenieur rechne ich natürlich alles durch, aber die Kosteneffizienz ist mir unklar: Das Material kostet das 3-4fache von klassischer Mineralwolle, die Verarbeitung ist anspruchsvoller, und ich habe Bedenken bei der Langzeitstabilität und Gewährleistung, falls Vakuumpakete beschädigt werden.
Bei drei Mietobjekten geht es nicht nur um Effizienz, sondern auch um wirtschaftliche Rentabilität. Die gesparte Heizenergie rechnet sich ja nur, wenn die Investition auch über den Lebenszyklus passt.
Hat hier jemand praktische Erfahrung damit gemacht? Vor allem: Bei welcher Sanierungstiefe lohnt sich der Aufpreis tatsächlich – oder sollte ich lieber 20-25cm beste Mineralwolle einbauen und den Rest in Haustechnik investieren?
Danke für konkrete Erfahrungswerte!
Bernd, ich würde dir ehrlich sagen: bei Mietobjekten rentiert sich das meistens nicht. Habe das beim Energieausweis-Update ( https://hausbesitzer-forum.de/daemmung/daemmung/energieeffizienz/energieausweis-2026-was-bedeuten-die-neuen-anforderungen-1788076977/) auch durchgerechnet.
Die Vakuumprodukte sind technisch top, aber: Die Mehrkosten amortisieren sich über 20-25 Jahre nicht, wenn man Instandhaltung und Risiko mitrechnet. Ein einzelnes beschädigtes Panel und die ganze thermische Wirkung ist dahin.
Bei deinem MFH würde ich eher in eine dicke, bewährte Mineralwolle gehen – 24-26cm ist da völlig ausreichend – und das gesparte Geld in eine neue Heizungsanlage oder Wärmepumpe stecken. Da bekommst du den ROI deutlich schneller. Für Mieter auch transparenter und wartungsfreier.