Guten Tag zusammen,
ich bin gerade dabei, das Flachdach meines Einfamilienhauses genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Haus ist von 1978, das Dach wurde damals mit Bitumen und Kiesbelag ausgeführt. Jetzt stellt sich mir die Frage: Soll ich den Kies komplett abnehmen und eine Aufsparrendämmung machen, oder gibt es Möglichkeiten, von unten heraus zu dämmen, ohne das Dach zu beschädigen?
Ich habe mal gelesen, dass man auch zwischen die Sparren dämmen kann – nur: Bei einem Flachdach habe ich ja keine Sparren in diesem Sinne. Die Decke ist aus Stahlbeton, drauf Bitumen, drauf Kies.
Mich interessiert vor allem: Wie realistisch sind die Kosteneinsparungen wirklich? Und: Wenn ich von innen dämme, bekomme ich Probleme mit Taupunkt oder Feuchte? Im Sommer ist das Dach ja extrem heiß.
Wer hat da praktische Erfahrung? Ich bin da lieber ehrlich vorsichtig, als hinterher was zu beschädigen.
Danke für eure Inputs!
Uwe
Hallo Uwe,
da sprichst du da einen wunden Punkt an. Bei älteren Flachdächern ist innen dämmen meistens die kostengünstigere Option – aber Vorsicht mit der Feuchte. Die Aufsparrendämmung würde das Bitumen-Kies-System komplett austauschen, dafür brauchst du aber spezialisierte Betriebe und die Kosten sind erheblich.
Bei dir würde ich eine aufgeklebte EPS-Dämmung von innen in Kombination mit einer neuen Dampfbremse vorschlagen. Das Wichtigste: Die Dampfbremse muss dicht sein, sonst wandert Feuchte rein. Im Sommer ist dein Dach zwar heiß, aber der Feuchtetransport geht in die andere Richtung – die Raumluft will raus.
Honig um den Mund: Eine fachgerechte Berechnung des Taupunktverlaufs ist hier wirklich keine Option zum Sparen. Das solltest du entweder selbst genau durchrechnen oder einen Fachmann dranlassen. Ich habe da zu viele Fälle gesehen, wo nachträglich Schimmel kam.
Zu den Einsparungen: Realistische 15–20 % bei den Heizkosten, wenn die Dämmung ordentlich sitzt. Im Sommer merkst du auch Abkühlung.
Gisela