Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, die Dachschrägen in meinem Fachwerkhaus (Baujahr 1898) zu sanieren und stoße überall auf die Frage: Dampfbremse oder Dampfsperre – und wo ist eigentlich der konkrete Unterschied?
Ich lese überall, dass Dampfsperren "absolut dicht" sein sollen und Dampfbremsen "diffusionsoffen", aber in der Praxis verstehe ich nicht, wann ich welche brauche. Bei so alten Häusern ist ja bekannt, dass sie "atmen" müssen. Wenn ich eine Sperre verbaue und die Feuchte sitzt dahinter fest, könnte das zum Problem werden, oder?
Hat hier jemand konkrete Erfahrung damit gemacht, speziell im Altbau? Gibt es da verschiedene Ansätze je nachdem, ob man von innen oder außen dämmt? Und welche Materialien habt ihr da konkret verbaut?
Danke für eure Tipps!
Der Unterschied ist eigentlich ganz einfach: Eine Dampfsperre ist praktisch undurchlässig (sd-Wert über 100 m), eine Dampfbremse lässt noch etwas Feuchte durch (sd-Wert 0,5–10 m). Im Altbau würde ich fast immer zur Bremse greifen, besonders bei Fachwerk.
Der Grund: Alte Häuser sind nicht luftdicht geplant. Da sitzt immer etwas Feuchte in den Wänden oder unter dem Dach. Wenn du eine echte Sperre verbauen würdest, könnte die Feuchte nicht mehr raus – und dann hast du Probleme mit Schimmel und Holzschäden.
Bei meinem Haus hab ich überall Dampfbremsen verwendet, auch weil mein Dachdecker das so empfohlen hat. Das funktioniert sehr gut. Die Feuchte kann sich immer noch verteilen, wird aber nicht nach außen gedrückt.
Welche Dicke/Dämmstoff planst du denn?