Hi zusammen,
stehe vor einem ziemlichen Problem und hoffe, dass hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Wir haben für unser Einfamilienhaus eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe geplant und auch die Genehmigung für die Brunnenbohrung vom Amt bekommen. Alles schien perfekt zu laufen.
Jetzt aber das Problem: Unser Nachbar (mit dem wir sonst eigentlich gut auskommen) hat Wind davon bekommen und droht mit einer Klage wegen angeblicher Grundwasserabsenkung. Er behauptet, dass sein Garten dann austrocknet und sein eigener Brunnen nicht mehr funktioniert. Dabei liegt sein Grundstück 150 Meter entfernt und deutlich höher als unseres.
Das Amt hat uns ja die Genehmigung erteilt - das heißt doch, dass alles geprüft wurde? Kann er trotzdem erfolgreich klagen? Haben die Behörden nicht alle Auswirkungen auf die Nachbarschaft berücksichtigt?
Die Bohrfirma will nächste Woche anfangen und wir hätten gerne noch vor dem Urlaub im August Klarheit. Hat jemand von euch schon mal sowas erlebt? Kann man da vorbeugend irgendwas machen oder sollten wir einen Anwalt konsultieren?
Danke für eure Hilfe!
Verena
Puh, das klingt stressig! Aber wenn ihr die behördliche Genehmigung habt, seid ihr erstmal auf der sicheren Seite. Die Ämter prüfen normalerweise sehr genau, ob andere Brunnen oder das Grundwasser beeinträchtigt werden.
150 Meter Abstand ist eigentlich sehr viel - da sollte nichts passieren. Bei uns im anderen Thread gab's auch Nachbarschaftsärger, da hilft oft ein ruhiges Gespräch.
Ich würde trotzdem mal bei einem Anwalt nachfragen, kostet meist nur 'ne Erstberatung. Und dokumentiert alles - die Genehmigung, Gespräche mit dem Nachbarn, etc.
Hallo Verena,
das ist wirklich ärgerlich, wenn man kurz vor dem Ziel steht und dann sowas kommt. Grundsätzlich hast du recht - die behördliche Genehmigung ist ein sehr starkes Argument. Die Wasserbehörden prüfen normalerweise sehr sorgfältig die hydrologischen Verhältnisse und die Auswirkungen auf das Umfeld.
Bei 150 Metern Entfernung und unterschiedlichen Höhenlagen ist eine Beeinträchtigung seines Brunnens sehr unwahrscheinlich. Trotzdem kann er natürlich klagen, auch wenn seine Chancen schlecht stehen.
Mein Tipp: Holt euch trotzdem eine anwaltliche Erstberatung. Manchmal reicht schon ein Brief vom Anwalt, um überzogene Forderungen abzuwehren. Und fangt mit der Bohrung an - ihr habt ja die Genehmigung. Stopping wegen unbegründeter Drohungen wäre das Verkehrteste.
Viel Erfolg!