Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem Thema Wärmepumpe für unser Einfamilienhaus (Baujahr 1978, gut gedämmt). Parallel überlege ich, eine PV-Anlage aufs Dach zu setzen.
Von verschiedenen Seiten höre ich immer wieder, dass sich die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik besonders lohnt. Aber wie realistisch sind die Ersparnisse wirklich? Die Zahlen, die man so liest, schwanken extrem - von 30% bis 70% weniger Heizkosten.
Unser aktueller Gasverbrauch liegt bei etwa 18.000 kWh im Jahr, Stromverbrauch bei 3.500 kWh. Die PV-Anlage würde ich mit ca. 8-10 kWp planen, je nachdem was aufs Dach passt.
Meine konkreten Fragen:
- Wie hoch ist der Eigenverbrauch der Wärmepumpe vom PV-Strom realistisch?
- Rechnet sich das finanziell wirklich oder ist das eher Wunschdenken?
- Hat jemand von euch bereits Erfahrungen mit dieser Kombination gemacht?
Über eure Einschätzungen und Erfahrungen würde ich mich sehr freuen!
Viele Grüße
Moin,
als jemand der beruflich täglich mit Heizungsanlagen zu tun hat, kann ich dir sagen: Die Kombi WP + PV macht absolut Sinn, aber lass dich nicht von den Werbeversprechen blenden.
Wichtig ist erstmal eine vernünftige Heizlastberechnung für dein Haus. 18.000 kWh Gas sind schon ordentlich - da solltest du schauen ob noch Dämmmaßnahmen sinnvoll sind, bevor du in die WP investierst.
Zur PV: Der große Vorteil ist, dass die Wärmepumpe auch tagsüber läuft (Warmwasser). Mit einem intelligenten System kannst du die WP gezielt dann laufen lassen, wenn die Sonne scheint. Realistische Eigenverbrauchsquote würde ich bei 30-35% ansetzen.
Mein Tipp: Lass dir von mehreren Fachbetrieben Angebote machen und achte auf eine saubere Planung. Die beste Technik nutzt nichts, wenn sie schlecht ausgelegt ist.
Hallo,
zwar bin ich Gärtner, aber als Hausbesitzer hab ich mich auch intensiv mit dem Thema beschäftigt. Bei uns läuft seit 3 Jahren eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zusammen mit einer 12 kWp PV-Anlage.
Eine Sache die oft übersehen wird: Im Winter, wenn du die meiste Heizenergie brauchst, liefert die PV-Anlage am wenigsten Strom. Da ist der Eigenverbrauchsanteil dann wirklich nur bei 15-20%. Dafür im Sommer beim Warmwasser läuft fast alles über die PV.
Was sich aber auf jeden Fall lohnt: Ein Batteriespeicher. Den haben wir nachgerüstet und das hat den Eigenverbrauch nochmal deutlich erhöht. Ist zwar eine zusätzliche Investition, aber mittlerweile sind die Preise dafür auch gesunken.
Die Ersparnisse sind real, aber nicht so hoch wie oft beworben. Bei uns waren es im ersten Jahr etwa 40% weniger Heizkosten im Vergleich zur alten Ölheizung.
Hi altbaudach42,
ich hab bei meinem letzten Projekt (Altbau von 1965) genau diese Kombi eingebaut und kann dir realistische Zahlen geben. Die Wärmepumpe läuft seit 2 Jahren, PV-Anlage mit 9,8 kWp.
Der Eigenverbrauchsanteil vom PV-Strom für die Wärmepumpe liegt bei mir zwischen 25-40%, je nach Saison. Im Sommer natürlich deutlich höher, im Winter eher bei 20-25%. Wichtig ist ein Pufferspeicher, damit du den Sonnenstrom auch nutzen kannst wenn er da ist.
Bei deinem Gasverbrauch würde ich mit einer JAZ von etwa 3,5-4 rechnen, also ca. 4.500-5.000 kWh Stromverbrauch für die WP. Davon könntest du realistisch 1.200-1.500 kWh selbst erzeugen.
Finanziell: Bei aktuellen Strompreisen sparst du etwa 400-500€ pro Jahr allein durch den Eigenverbrauch der WP. Dazu kommt die Einspeisevergütung für den Rest. Rechnet sich auf jeden Fall, aber die Amortisation dauert trotzdem 12-15 Jahre.