Hallo zusammen,
als Heizungsbauer stehe ich gerade vor einer interessanten Entscheidung für mein eigenes Zuhause. Meine 20 Jahre alte Gasheizung macht langsam schlapp und ich muss was Neues her. Beruflich installiere ich hauptsächlich Wärmepumpen, aber privat bin ich noch unschlüssig.
Mein Haus (Bj. 1995) ist ganz gut gedämmt, Fußbodenheizung hab ich bereits. Die Vorlauftemperatur liegt bei etwa 35°C, also eigentlich perfekt für eine Wärmepumpe. Trotzdem beschäftigen mich ein paar Punkte:
- Die Anschaffungskosten sind schon heftig, auch wenn es Förderung gibt
- Gasanschluss ist da, funktioniert zuverlässig
- Strompreise vs. Gaspreis - schwer zu kalkulieren langfristig
- Wartung und Lebensdauer
Bei Kunden rate ich meist zur Wärmepumpe, aber wenn's ums eigene Geld geht, macht man sich doch andere Gedanken. Wie habt ihr entschieden? Was waren eure wichtigsten Kriterien?
Freue mich auf eure Erfahrungen!
Gruß
Daniel
Hi Daniel,
kann dich gut verstehen! Ich hab 2019 meine alte Gasheizung (Bj. 1987) gegen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe getauscht. War auch lange unschlüssig.
Meine Entscheidung fiel letztendlich wegen der Förderung und weil ich keine Lust mehr auf die jährlichen Gaspreissteigerungen hatte. Klar, die Anschaffung war teuer (ca. 18.000€ nach Förderabzug), aber die Betriebskosten sind deutlich gesunken.
Ein Problem hatte ich allerdings: Im ersten Winter war die Wärmepumpe bei -15°C überfordert und der Heizstab ist ständig angesprungen. Musste dann doch noch die Dämmung im Dachboden verbessern. Seitdem läuft's rund.
Würde es wieder machen, aber die Investition muss man sich leisten können. Gas wäre kurzfristig günstiger gewesen.
Gruß Thomas
Hey Daniel,
bin zwar noch Studentin, aber hab letztes Jahr Omas Haus geerbt und stand vor der gleichen Frage. Das Haus ist von 1965 und noch nicht optimal gedämmt.
Hab mich trotzdem für eine Wärmepumpe entschieden, hauptsächlich aus Umweltgründen. Klar kostet es mehr, aber mit der KfW-Förderung und meinem PV-Anlage auf dem Dach passt es langfristig.
Der Installateur meinte, bei deinem Haus wäre die Wärmepumpe ein No-Brainer. Du hast ja schon die perfekten Voraussetzungen!
Liebe Grüße
Amelie
Moin Daniel,
aus beruflicher Sicht sehe ich täglich beide Systeme. Rein technisch sind moderne Gasbrennwertgeräte sehr zuverlässig und wartungsarm. Wärmepumpen können bei unsachgemäßer Installation oder ungünstigen Bedingungen problematisch werden.
Bei deinen Voraussetzungen (niedertemperatur-tauglich, gute Dämmung) spricht aber einiges für die Wärmepumpe. Wichtig ist die richtige Dimensionierung - viele machen den Fehler und wählen zu kleine Geräte.
Gas wird langfristig teurer und CO2-Abgabe kommt auch noch dazu. Für die Umwelt ist die Wärmepumpe natürlich besser, wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen kommt.
Mein Rat: Lass dir von einem unabhängigen Energieberater eine Wirtschaftlichkeitsberechnung machen. Die 20-30 Jahre Betriebsdauer solltest du mit einkalkulieren.
Viele Grüße
Reinhold