Hallo zusammen,
ich habe gerade ein echtes Problem. Bei uns ist gestern durch ein undichtes Fenster im Obergeschoss Wasser eindringen, und es hat die Lehmwellerbaumasse sowie Teile der originalen Holzkonstruktion durchnässt. Das Haus stammt von 1782, und ich bin gerade mitten in der Restaurierung – das letzte, was ich jetzt brauche!
Meine Frage: Wie melde ich das der Versicherung richtig? Ich habe eine Wohngebäudeversicherung, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie überhaupt für Schäden an historischen Materialien wie Lehmwellerbau zahlt. Muss ich sofort Handwerker anrufen oder erst Fotos machen? Der Makler meinte, ich soll "nichts vorschnell reparieren", aber die Feuchtigkeit breitet sich ja aus.
Wer hat Erfahrung damit, wie man so einen Fall dokumentiert und was man der Versicherung meldet, ohne dass sie hinterher behauptet, es wäre Verschleiß oder mangelnde Wartung? Bei einem Denkmal ist das ja besonders heikel.
Danke für konkrete Tipps!
Moin Thomas,
zuerst: Fotos und Video machen, BEVOR du was anfasst – das ist essentiell. Ich hab das bei mir nach einem Rohbruch gelernt. Mach Detailaufnahmen von den feuchten Stellen, von außen und innen, Datum drauf oder notier es. Dann sofort die Versicherung anrufen, nicht nur mailen – die brauchen das schriftlich plus Fotos.
Wegen der historischen Materialien: Das ist tatsächlich knifflig. Viele Standard-Policen decken Schäden an originalen Bauteilen, aber eben nicht immer den Spezialaufwand für die Restaurierung. Ich würde die Versicherung direkt fragen, ob sie einen Gutachter schickt – bei mir war das kostenlos und hat hinterher geklärt, was genau versichert ist.
Bei Feuchtigkeit in Holz und Lehmwerk schnell handeln, ja, aber mit dem Gutachter absprechen, bevor Arbeiten beginnen. Dokumentier auch jeden Handgriff mit Datum.
Hast du die Police neben dir? Schau mal, was unter "Leitungswasser" und "Elementarschäden" drinstehen, das macht oft den Unterschied.