Servus zusammen, ich hab da ein Anliegen zu meinen Stallgebäuden. Bin Landwirt hier in Oberbayern und hab mehrere ältere Gebäude, die ich langsam auch in Ordnung bringen möchte. Die Stallungen sind teilweise noch von anno dazumal, und jetzt im Herbst merkt man wieder wie's reinzieht.
Meine Frage: Für Stallgebäude mit erhöhter Feuchte (Tiere, Mistlager in der Nähe) – soll ich da Mineralwolle nehmen oder lieber Styropor? Ich hab gehört, Mineralwolle nimmt Feuchtigkeit auf, Styropor nicht so sehr. Aber andererseits soll Mineralwolle besser dämmen.
Die meisten meiner Gebäude sind zu großen Teilen offen oder halb offen konstruiert, also brauche ich da was, das mit hoher Luftfeuchte umgehen kann. Budget ist knapp, also will ich da nicht zweimal machen müssen.
Was würdet ihr mir raten? Habt ihr da schon Erfahrung mit Nutzgebäuden?
Hallo BayernBauer, bei uns im 90er Haus stand die gleiche Überlegung an – ich hab mich da viel mit reingelesen. Für hohe Feuchtigkeit würde ich dir eher zu Styropor (EPS) raten, da es wirklich nicht so viel Wasser aufnimmt wie Mineralwolle. Bei Mineralwolle ist es so: Die dämmt zwar theoretisch besser, aber wenn sie feucht wird, lässt die Wirkung nach und Schimmel kann entstehen.
Bei Stallgebäuden mit ständiger Feuchte ist das ein echtes Problem. Styropor ist hier robuster. Dafür brauchst du aber eine gute Belüftung oder Entfeuchtung, sonst staut sich die Feuchte trotzdem auf.
Wie ich hier schon mal geschrieben hab (bei der Flachdach-Diskussion), ist Material-Wahl oft nicht nur eine Frage des besten Produkts, sondern auch des Gesamtsystems. Bei dir würd ich zuerst klären: Wie willst du die Feuchte abstransportieren?
Für Stallgebäude würde ich die Versicherungsperspektive nicht vergessen: Wenn später Schäden durch Feuchte entstehen und dich die Police nicht zahlt, wird's teuer. Das klingt zynisch, aber ich hab genug Fälle gesehen.
Styropor ist da die sicherere Wahl, weil messbar feuchteunempfindlicher. Mineralwolle kann in solchen Umgebungen problematisch werden – nicht nur fürs Dämmen, sondern auch versicherungstechnisch, wenn später behauptet wird, du hättest das falsche Material gewählt. Ich hab mich da schon öfter mit befasst (siehe mein alter Thread).
Aber klär vor der Verarbeitung ab, ob deine Versicherung das gutheißt.