Hi zusammen,
ich stecke gerade mitten in der Planung für die Innendämmung meines denkmalgeschützten Fachwerkhauses und bin echt verwirrt was die Dampfsperre angeht. Überall lese ich unterschiedliche Meinungen dazu.
Mein Handwerker empfiehlt eine komplette Dampfsperre (PE-Folie) hinter der geplanten Lehmdämmung, aber ein befreundeter Architekt meint, bei Fachwerk wäre eine Dampfbremse besser weil das Holz atmen muss. Jetzt bin ich total unsicher.
Die Wände sind ca. 25cm dick, Gefache mit Lehm ausgefacht. Ich will mit 6-8cm Lehmplatten dämmen und dann Lehmputz drauf. Die Sommerhitze macht mir schon jetzt zu schaffen, aber im Winter wird's richtig teuer mit dem Heizen.
Hat jemand Erfahrung mit Lehmdämmung im Fachwerkhaus? Welche Lösung bei der Dampfsperre hat sich bewährt? Und wie sieht's mit den sd-Werten aus - da blick ich ehrlich gesagt nicht durch.
Würde mich über eure Erfahrungen freuen, bevor ich im Herbst loslege!
Hi,
als Makler sehe ich leider regelmäßig die Folgen von falsch ausgeführten Innendämmungen - besonders bei Fachwerkhäusern ist das ein echter Problembereich.
Bei deinem Vorhaben würde ich definitiv zur Dampfbremse tendieren, nicht zur kompletten Sperre. Hab schon zu viele Gutachten gesehen wo PE-Folien bei alten Fachwerkhäusern zu Feuchteschäden geführt haben. Das Holz braucht wirklich die Möglichkeit zu diffundieren.
Mit Lehmdämmung machst du grundsätzlich nichts falsch - das Material kann Feuchtigkeit gut puffern. Aber lass dir unbedingt ein Feuchteschutzkonzept vom Fachmann erstellen, bevor du anfängst. Bei der Dicke deiner Wände und dem Denkmalschutz ist das echt wichtig.
Tipp: Hol dir eine zweite Meinung von einem Gutachter oder Energieberater, der sich mit historischen Gebäuden auskennt. Die 200-300€ sparst du dir später zigfach, wenn keine Feuchteschäden auftreten.
Viel Erfolg!