Hallo zusammen,
vielleicht kann mir hier jemand helfen. Wir haben letztes Jahr unser Bad renoviert und eine elektrische Fußbodenheizung unter die Fliesen verlegen lassen. Der Installateur meinte, das wäre die beste Lösung für das Bad.
Nun das Problem: Die Heizung schaltet sich ständig ab, obwohl wir sie auf 22 Grad eingestellt haben. Morgens ist es schön warm, aber nach 1-2 Stunden geht sie aus und das Bad kühlt wieder ab. Der Regler zeigt dann "Zieltemperatur erreicht" an, aber der Boden fühlt sich nicht wirklich warm an.
Ich hab schon versucht, die Temperatur höher zu stellen (24-25 Grad), aber dann wird es kurz heiß und schaltet wieder ab. Ist das normal? Der Installateur sagt, alles sei richtig angeschlossen.
Meine Vermutung: Vielleicht fehlt unter dem Estrich eine Dämmung? Das Haus ist von 1978 und da wurde früher ja nicht so viel gedämmt. Könnte es sein, dass die Wärme nach unten abfließt und der Temperaturfühler dadurch falsche Werte misst?
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Und falls es wirklich an fehlender Dämmung liegt - kann man da nachträglich noch was machen ohne alles wieder aufzureißen?
Danke schonmal!
Uff, das hatten wir auch! Bei uns lag's tatsächlich an der Dämmung. In dem anderen Thread hatte ich schon mal erwähnt, dass wir Probleme mit dem Estrich hatten.
Unser Lösung war am Ende: Wir haben eine dünne Dämmplatte (20mm) auf den vorhandenen Estrich gelegt und dann nochmal einen dünnen Heizestrich drüber. Hat die Aufbauhöhe um etwa 4cm erhöht, aber das ging noch.
Kostet natürlich trotzdem, aber weniger als alles rauszureißen. Und jetzt wird's richtig schön warm! Der Stromverbrauch ist auch deutlich runter gegangen.
Das ist leider ein typisches Problem bei nachträglichem Einbau ohne Bestandsaufnahme. In den 70ern wurde unter Estrichen praktisch nie gedämmt.
Ich würde erstmal prüfen lassen, ob wenigstens der Aufbau stimmt - also ob zwischen Rohboden und Estrich überhaupt eine Dämmschicht vorhanden ist. Ein Fachbetrieb kann das mit entsprechender Messtechnik feststellen.
Falls gar keine Dämmung da ist, wirst du um einen Neuaufbau nicht herumkommen. Das ist ärgerlich, aber besser als dauerhaft hohe Stromkosten bei schlechter Heizleistung.
Alternativ: Zusätzliche Heizkörper installieren und die FBH nur als Ergänzung nutzen. Ist nicht optimal, aber günstiger als alles neu zu machen.
Das Problem kenne ich aus meiner Praxis. In 80% der Fälle liegt es tatsächlich an fehlender oder unzureichender Dämmung unter dem Estrich. Bei einem 78er Haus würde ich davon ausgehen, dass da gar keine Dämmung unter der Bodenplatte ist.
Die elektrische FBH heizt dann hauptsächlich nach unten ab, der Oberflächenfühler erreicht trotzdem schnell die Solltemperatur und schaltet ab. Resultat: Warmer Keller, kaltes Bad.
Bei der Walk-In-Sache hatte ich einen ähnlichen Fall - da mussten wir komplett neu aufbauen.
Nachträgliches Dämmen ohne Aufbruch ist praktisch unmöglich. Du könntest höchstens versuchen, die Regelung zu optimieren - Raumthermostat statt Fußbodenfühler. Aber das ist nur Symptombekämpfung.
Klingt nach nem klassischen Problem mit der Isolierung. Ich hab vor Jahren mal bei nem Bekannten ähnliches erlebt - da ging die ganze Wärme nach unten in die Kellerdecke. Ohne Dämmung unter der FBH heizt du praktisch das darunterliegende Geschoss mit.
Der Temperaturfühler sitzt wahrscheinlich zu nah am Heizleiter und misst nicht die echte Raumtemperatur. Wenn keine Dämmung da ist, wird der Estrich nie richtig warm, aber der Fühler denkt trotzdem "Zieltemperatur erreicht".
Nachträglich dämmen ohne aufmachen? Wird schwierig. Hab mal gehört, dass es Injektionsverfahren gibt, aber ob das bei euch funktioniert... Bei dem Fliesenleger-Pfusch neulich kam auch raus, dass viel zu oft Grundlagen ignoriert werden.