Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade mit der Planung meiner PV-Anlage und bin etwas unsicher bei der Konfiguration. Als alter Elektriker kenne ich mich mit der Technik aus, aber die ganzen neuen Tarif-Modelle sind schon komplizierter geworden.
Meine Überlegung: Ich möchte die Anlage auf Nulleinspeisung einstellen, also keinen Strom ins Netz einspeisen. Gleichzeitig liebäugle ich mit einem dynamischen Stromtarif wie Tibber oder aWATTar, weil ich gehört habe, dass man da bei geschickter Nutzung sparen kann.
Nur frage ich mich: Macht das überhaupt Sinn in der Kombination? Wenn ich bei Nulleinspeisung den Überschuss nicht ins Netz gebe, kann ich ja auch nicht von negativen Strompreisen profitieren. Andererseits könnte ich bei niedrigen Preisen bewusst mehr Strom aus dem Netz ziehen statt die PV zu nutzen.
Hat jemand von euch Erfahrungen mit so einer Konstellation? Oder seht ihr da grundsätzliche Denkfehler meinerseits? Bin für jeden Tipp dankbar!
Erich, aus physikalischer und wirtschaftlicher Sicht ist die Kombination durchaus interessant, aber du musst das systematisch durchrechnen.
Der Knackpunkt liegt in der zeitlichen Verschiebung: Dynamische Tarife haben ihre Preisminima oft nachts oder mittags, wenn viel Wind- und Solarstrom im Netz ist. Deine PV produziert aber hauptsächlich mittags. Wenn du dann auf Nulleinspeisung gehst, kannst du zwar den günstigen Netzstrom nutzen, aber du "vernichtest" gleichzeitig deinen eigenen.
Mein Tipp: Installier zunächst einen intelligenten Wechselrichter mit konfigurierbarer Einspeisebegrenzung. Dann kannst du verschiedene Szenarien testen - mal mit 0%, mal mit 30% oder 70% Einspeisung. So findest du empirisch das Optimum für dein Verbrauchsprofil.
Bei meiner eigenen Hausplanung hab ich auch erstmal verschiedene Energiekonzepte durchsimuliert, bevor ich mich festgelegt habe.
Dynamische Tarife sind halt auch nicht für jeden was - man muss schon ziemlich diszipliniert sein beim Stromverbrauch.
Bei Nulleinspeisung würd ich mir das zweimal überlegen, weil du dir damit Optionen verbaust.
Hallo Erich,
als jemand die gerade dabei ist, das Thema Nachhaltigkeit bei uns im Haus voranzutreiben, kann ich deine Überlegungen gut verstehen. Aber ehrlich gesagt sehe ich da einen Widerspruch.
Wenn du Nulleinspeisung machst, verschenkst du doch den überschüssigen Solarstrom. Das ist aus ökologischer Sicht schade - der saubere Strom könnte anderen Haushalten helfen. Und wirtschaftlich auch nicht optimal, weil du auf die Einspeisevergütung verzichtest.
Bei den dynamischen Tarifen macht das meiner Meinung nach nur Sinn, wenn du zeitversetzt laden kannst - also z.B. mit einem Speicher oder E-Auto. Sonst bist du ja trotzdem von deinem normalen Verbrauchsrhythmus abhängig.
Vielleicht wäre ein kleiner Batteriespeicher die bessere Lösung? Dann könntest du den PV-Überschuss zwischenspeichern und bei günstigen Strompreisen trotzdem flexibel reagieren.