Hallo zusammen,
bin gerade bei der Planung für einen neuen Carport und hab mir überlegt, das Ganze gleich so zu dimensionieren, dass es auch als Überdachung für unsere angrenzende Terrasse dienen kann. Die Terrasse liegt direkt neben dem geplanten Stellplatz.
Meine Idee wäre es, den Carport entsprechend breiter zu bauen (etwa 8x5m statt nur 6x3m) und die Pfosten so zu setzen, dass sowohl Auto als auch Terrassenbereich darunter Platz haben. Quasi eine große zusammenhängende Überdachung.
Jetzt frag ich mich aber, ob das statisch überhaupt sinnvoll ist? Immerhin wird die Spannweite ja deutlich größer und wir reden hier nicht mehr nur vom Gewicht des Daches, sondern bei Sturm oder Schneelast wird das bestimmt ganz anders belastet als ein normaler Carport.
Außerdem: Brauche ich dann eine andere Baugenehmigung? Wird sowas noch als Carport eingestuft oder gilt das dann schon als bauliche Anlage mit anderen Auflagen?
Hat jemand von euch sowas schon mal gemacht? Bin für jeden Tipp dankbar, bevor ich zum Statiker gehe und mir ein teures Gutachten hole, das am Ende sagt "geht nicht".
Danke schon mal!
Klaus
Hallo Klaus,
Ihre Idee ist grundsätzlich realisierbar, erfordert aber eine sehr sorgfältige Planung. Bei einer Spannweite von 8 Metern kommen Sie um einen Unterzug oder zusätzliche Stützen nicht herum - je nach gewählter Dachkonstruktion.
Statisch ist besonders die Schneelast kritisch. In schneereichen Gebieten kann das bei der Fläche schnell problematisch werden. Auch Windlasten sind bei der Größe nicht zu unterschätzen.
Zum Genehmigungsverfahren: Ab bestimmten Abmessungen (variiert je nach Landesbauordnung) ist definitiv eine Baugenehmigung erforderlich. Meist liegt die Grenze bei 30-50 qm Grundfläche für verfahrensfreie Carports.
Mein Rat: Lassen Sie zunächst eine Vorplanung durch einen Architekten oder Ingenieur erstellen. Die Kosten (meist 500-800 Euro) sparen Sie später mehrfach ein, wenn die Planung von Anfang an stimmt.
Vorsicht vor Fertigbausätzen - die sind selten für solche Sonderlösungen ausgelegt.
Hi Klaus!
Wir haben letztes Jahr auch überlegt, sind dann aber doch bei getrennten Lösungen geblieben. Carport 6x3 und separate Terrassenüberdachung 4x3. War am Ende günstiger und weniger Stress mit Behörden.
Servus Klaus,
hab vor 3 Jahren was ähnliches gemacht, allerdings net ganz so groß. Bei mir sinds 7x4m geworden. Wichtig ist auf jeden Fall ein vernünftiger Statiker - ohne den gehts net. Die größere Spannweite bedeutet definitiv stärkere Träger und mehr Fundamente.
Was die Genehmigung angeht: kommt auf dein Bundesland an. In Bayern zählt sowas ab bestimmter Größe net mehr als "verfahrensfreier" Carport. Musste dann doch nen vereinfachten Bauantrag stellen. War aber machbar.
Tipp: Überleg dir gleich mit, ob du Seitenwände brauchst für Windschutz. Das ändert wieder alles an der Statik. Und lass dir verschiedene Dachformen durchrechnen - Satteldach ist oft stabiler als Flachdach bei der Größe.
Würde auf jeden Fall erstmal zum Bauamt und fragen, was bei euch geht, bevor du den Statiker beauftragst.