Hallo zusammen,
wir haben 2019 unser Haus aus 1972 gekauft und einen Kredit über 180.000€ aufgenommen. Zinssatz liegt bei 1,8%, Laufzeit 20 Jahre. Jetzt haben wir durch eine Erbschaft etwa 25.000€ zur Verfügung und überlegen, ob wir das zur Sondertilgung nutzen sollen.
Eigentlich bräuchten wir das Geld auch gut für die Sanierung - das Haus hat noch die ursprünglichen Fenster, die Heizung ist von 1985 und im Bad müsste auch einiges gemacht werden. Andererseits denke ich, dass es finanziell klug wäre, den Kredit schneller abzubezahlen.
Mein Mann meint, bei dem niedrigen Zinssatz sollten wir das Geld lieber in die Renovierung stecken, weil das den Wert des Hauses steigert. Ich bin mir aber unsicher - immerhin sparen wir ja auch Zinsen.
Wie seht ihr das? Habt ihr schon mal sondergetilgt oder würdet ihr das Geld anders einsetzen? Ich finde bei dem Thema irgendwie keinen klaren Kopf...
Danke schon mal für eure Gedanken!
Sonja
Hey Sonja,
aus Bankensicht kann ich dir sagen: Bei 1,8% Zinsen ist eine Sondertilgung nicht unbedingt die beste Lösung. Das ist wirklich ein sehr günstiger Satz!
Mein Tipp: Schau dir mal die energetischen Sanierungsmaßnahmen an. Neue Fenster und eine moderne Heizung können richtig viel Geld sparen - oft mehr als die 1,8% Zinsen kosten. Plus: Du bekommst dafür KfW-Förderung! Bei einer Heizungssanierung sind aktuell bis zu 70% Förderung drin.
Ich würde einen Teil (vielleicht 10.000€) für die dringendsten Sanierungen nutzen und den Rest als Notgroschen behalten. So eine alte Heizung kann jederzeit den Geist aufgeben, und dann brauchst du schnell Geld.
Sondertilgung macht bei höheren Zinssätzen (ab 3-4%) mehr Sinn. Bei eurem niedrigen Satz bringt die Wertsteigerung durch Sanierung meist mehr.
Nadine
Hi Sonja!
Wir standen vor zwei Jahren vor einer ähnlichen Entscheidung. Haben uns dann gegen die Sondertilgung entschieden und das Geld in neue Fenster und Dämmung gesteckt.
Im Nachhinein war das goldrichtig - unsere Heizkosten sind um fast 40% gesunken! Das rechnet sich definitiv mehr als die gesparten Zinsen bei unserem damals auch niedrigen Kredit.
Besonders bei einem Haus von 1972 würde ich das Geld in die Energieeffizienz stecken. Die Preise für Energie werden ja nicht günstiger...
Ein bisschen was als Reserve zu behalten ist auch nicht verkehrt, falls mal was Unvorhergesehenes passiert.
Jessica
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Hallo Sonja,
aus meiner Sicht kommt es darauf an, was dir wichtiger ist - die psychologische Sicherheit eines niedrigeren Kredits oder die praktischen Verbesserungen am Haus.
Ich persönlich finde es immer schön, weniger Schulden zu haben. Aber bei eurem niedrigen Zinssatz und dem Renovierungsbedarf würde ich ehrlich gesagt auch eher in die Sanierung investieren. Gerade die alten Fenster und die Heizung - das merkst du täglich beim Wohnkomfort!
Vielleicht könntet ihr einen Kompromiss machen? 15.000 in die wichtigsten Sanierungen und 10.000 zur Sondertilgung?
Stephanie