Hallo zusammen,
als Makler kenne ich zwar viele Häuser von innen, aber bei der Bewertung meines eigenen Hauses bin ich etwas unsicher. Ich möchte in den nächsten Monaten verkaufen und frage mich, welche Bewertungsmethode wirklich realistisch ist.
Mein Haus: Baujahr 1987, 140qm Wohnfläche, 800qm Grundstück, letzte größere Renovierung 2018 (neue Heizung, Fenster). Lage ist okay, nicht top aber auch nicht schlecht.
Ich schwanke zwischen einem kostenlosen Online-Bewertungstool, einem Gutachter für 500-800 Euro oder einfach mehrere Makler-Einschätzungen einzuholen. Die Online-Tools schwanken zwischen 380k und 450k – das ist ja schon eine ordentliche Spanne.
Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Lohnt sich ein richtiges Gutachten oder reichen die kostenlosen Varianten? Ich will natürlich den bestmöglichen Preis erzielen, aber auch realistisch bleiben.
Danke für eure Tipps!
Hallo Alexander,
ich habe vor 5 Jahren mein altes Haus verkauft, um hier zu renovieren. Damals habe ich einen Sachverständigen beauftragt, weil ich auf Nummer sicher gehen wollte. Hat sich gelohnt!
Der Gutachter hat Sachen entdeckt, die ich als Laie nie gesehen hätte - sowohl positive als auch negative Punkte. Am Ende war der ermittelte Wert 15.000 Euro höher als meine eigene Einschätzung. Das hat die Gutachterkosten mehr als ausgeglichen.
Bei deiner Berufserfahrung als Makler könntest du aber auch anders vorgehen. Du kennst ja den Markt. Vielleicht reicht wirklich eine solide Marktanalyse von Kollegen. Kommt auch drauf an, wie schnell du verkaufen willst.
Hi Alexander,
als ich mein Haus verkauft habe, bin ich ähnlich vorgegangen. Die Online-Tools sind für einen ersten groben Überblick okay, aber die Schwankungen sind wirklich heftig. Bei mir lagen die auch 60k auseinander.
Ich habe dann drei Makler zur Besichtigung eingeladen und mir kostenlose Marktanalysen erstellen lassen. War sehr aufschlussreich, weil jeder andere Schwerpunkte gesetzt hat. Der eine hat meinen ausgebauten Keller voll angerechnet, der andere nur zur Hälfte.
Ein Vollgutachten für 500-800 Euro würde ich nur machen, wenn du wirklich unsicher bist oder der Verkauf schwierig wird. In deinem Fall mit der Renovierung 2018 sollten die Makler-Einschätzungen reichen. Nimm den Durchschnitt und geh vielleicht 5-10% höher rein, Verhandlungsspielraum ist immer gut.
Moin Alexander,
aus Dachdeckersicht kann ich dir sagen: Lass auf jeden Fall das Dach mit bewerten! Viele vergessen das oder schätzen es falsch ein. Ein 35 Jahre altes Dach kann je nach Zustand noch 10-15 Jahre halten oder morgen saniert werden müssen.
Falls du noch keine Dachinspektion hattest, würde ich das vorher machen lassen. Kostet nicht viel, aber du weißt dann, womit Käufer rechnen müssen. Nichts ist ärgerlicher als Nachverhandlungen wegen versteckter Dachmängel.
Zur Bewertung: Bei dem Baujahr und der Renovierung 2018 solltest du gut dastehen. Würde auch erstmal mit Makler-Einschätzungen anfangen.