Hallo zusammen,
ich plane für den Winter eine größere Sanierung meines Hauses von 1983 und muss dafür den aktuellen U-Wert der Außenwände ermitteln. Das Haus hat zweischaliges Mauerwerk, aber ich bin mir unsicher, wie ich den tatsächlichen Dämmstandard richtig berechne.
Die Wände bestehen aus:
- Innenblatt: 17,5 cm Kalksandstein
- Luftschicht mit Dämmung (vermutlich Mineralwolle, aber welche Dicke?)
- Außenblatt: 11,5 cm Verblender
Problem: Ich weiß nicht genau, wie dick die Dämmschicht ist und welche Qualität sie hat. 1983 war ja noch nicht der heutige Standard. Gibt es eine Möglichkeit, das ohne aufwendige Kernbohrung herauszufinden?
Für die KfW-Förderanträge brauche ich verlässliche Werte. Ein Energieberater meinte, bei Baujahr 1983 könne man von 4-6 cm Dämmung ausgehen, aber das schwankt ja stark.
Hat jemand Erfahrung mit der U-Wert-Berechnung bei solchen Wänden? Welche Standardwerte kann ich für die 80er Jahre ansetzen, oder gibt es andere Methoden zur Bestimmung?
Danke für eure Hilfe!
Harald
Hallo Harald,
als Energieberater kann ich dir nur raten: Messungen vor Schätzungen! Thermografie im Winter oder Blower-Door-Test geben dir viel bessere Werte als Tabellenwerte.
Für 1983 kannst du grob rechnen:
- KS 17,5: R = 0,175 / 0,9 = 0,19 m²K/W
- Luftschicht + Dämmung: 0,15 - 1,4 m²K/W (je nach Ausführung)
- Verblender 11,5: R = 0,115 / 1,2 = 0,10 m²K/W
U-Wert = 1 / (Ri + R1 + R2 + R3 + Ra)
Ohne Dämmung: U ≈ 1,8 W/(m²K)
Mit 5cm MW: U ≈ 0,65 W/(m²K)
Mit 8cm MW: U ≈ 0,45 W/(m²K)
Aber Achtung: Wärmebrücken, Feuchtigkeit und Alterung der Dämmung verschlechtern die Werte erheblich. Für KfW würde ich definitiv einen Sachverständigen beauftragen.
VG
Hans