Hallo zusammen,
wir haben seit einigen Wochen ein ernstes Problem mit unserem Dachboden. Wir nutzen ihn zwar nicht als Wohnraum, aber dort oben laufen Stromleitungen durch und ich habe letzte Woche das erste Mal mit einem Thermometer nachgemessen – 57°C an einem normalen Julitag gegen 15 Uhr. Das ist doch eigentlich nicht normal, oder?
Das Haus stammt aus den frühen 80ern, das Dach wurde soweit ich weiß nie groß angefasst. Keine Dämmung oben, keine Belüftung soweit ich das beurteilen kann. Unser Schlafzimmer ist direkt unter dem Dachboden und nachts kühlt das kaum ab – wir schlafen seit Wochen schlecht.
Nun habe ich mich ein bisschen eingelesen und bin über zwei Ansätze gestolpert: Einmal die Aufsparrendämmung (was ich mir ehrlich gesagt kaum selbst zutraue und auch preislich nicht ohne ist), und zum anderen einfach Lüftungsöffnungen in die Traufe einbauen lassen, damit die heiße Luft rauskommt.
Meine Fragen:
- Bringt die reine Belüftung bei solchen Temperaturen wirklich messbar was?
- Lohnt sich die Aufsparrendämmung für unbeheizten Dachboden überhaupt, oder ist das eine Maßnahme die sich nur beim Ausbau zum Wohnraum rechnet?
- Hat jemand beides im Vergleich gemacht?
Wir sind kein Großverdienerhaushalt, also ich würde gerne wissen ob es eine einfachere Lösung gibt bevor ich große Summen investiere.
Danke schon mal!
Ich kenn das Thema gut – bei mir war es ähnlich, und ich hab mich da auch lange im Kreis gedreht bevor ich endlich was unternommen hab. Wobei meine Baustellen eher anderer Natur waren, ich hab da z.B. im Thread Bereue ich schon nach einem Jahr hier - was läuft bei mir schief? drüber geschrieben.
Zur Frage selbst: Reine Belüftung bringt tatsächlich was, aber sie senkt die Temperatur im Dachboden nur so weit wie die Außentemperatur – also bei 35°C draußen hast du vielleicht noch 38–40°C drin statt 57°C, aber dein Schlafzimmer darunter wird davon kaum profitieren weil die Wärme ja trotzdem durch die Geschossdecke drückt. Die Belüftung ist günstiger und ich würde sie als ersten Schritt nicht ablehnen, aber sie löst dein eigentliches Problem nicht vollständig.
Die Aufsparrendämmung lohnt sich nach meinem Verständnis wirklich erst wenn du den Dachboden ausbauen oder die Dachfläche selbst als Hitzeschutz nutzen willst. Was für dein Szenario vielleicht sinnvoller und günstiger wäre: eine ordentliche Zwischensparrendämmung kombiniert mit Belüftung, oder – wenn der Dachboden nicht genutzt wird – die Dämmung der obersten Geschossdecke. Das ist deutlich günstiger als Aufsparren und schützt genau das, was du schützen willst: den Wohnraum darunter. Lass dir da mal mehrere Angebote einholen, die Preisunterschiede bei sowas sind enorm.