Wir sanieren gerade auch unser 70er-Jahre-Haus und haben genau dieses Thema letztes Jahr durchgekämpft. Bei uns war der Estrich noch überraschend gut - aber das war Glück, würde ich sagen.
Die Asbestfrage ist absolut das erste was du klären musst, da schließe ich mich Frank vollständig an. Unser Handwerker hat uns das auch direkt gesagt. Für die Probenahme haben wir eine Fachfirma geholt, weil man die Probe selbst nicht einfach so nehmen darf wenn man nicht weiß wie.
Was ich noch aus eigener Erfahrung sagen kann: Lass den Estrich auf Hohlstellen abklopfen. Einfach mit einem Holzhammer oder Knöchel draufklopfen und lauschen - dumpfer Klang bedeutet dass der Estrich sich vom Untergrund gelöst hat. Das muss dann raus, drüber verlegen macht da keinen Sinn.
Und ja, im Sommer ist das gut machbar weil der Untergrund trockener ist als im Winter - aber trotzdem messen!
Ich kenn das gut, wir haben ein Fachwerkhaus und da war der Untergrund auch... sagen wir mal, abenteuerlich. Das mit dem Asbest würde ich wirklich ernst nehmen, nicht auf die leichte Schulter nehmen. Bei uns haben wir das tatsächlich testen lassen bevor wir irgendetwas gemacht haben. Hat sich gelohnt, weil wir wussten womit wir's zu tun haben.
Was ich noch ergänzen würde: Schau dir die Ränder genau an, also wo Wand auf Boden trifft. Bei alten Häusern zieht da gern Feuchtigkeit hoch, besonders im Erdgeschoss. Das sieht man manchmal gar nicht sofort, aber wenn du den alten Belag draufhast merkt man's später an Blasen oder Geruch. Ich hab damals beim Umbau für die Wärmepumpe gelernt, dass man bei alten Häusern nichts einfach so annehmen sollte - lieber einmal zu oft geprüft als einmal zu wenig.