Hallo zusammen,
ich steh grad vor einer Entscheidung und komm nicht weiter. Unser Haus ist Baujahr 1978, Estrich also wahrscheinlich auch aus der Zeit. Im Wohnzimmer und Flur liegt noch der originale PVC-Belag - ich hab den nie angerührt, weil ich ehrlich gesagt Angst vor dem hatte, was darunter kommt.
Jetzt im Sommer hab ich endlich Zeit und Motivation, das anzugehen. Mein Plan wäre, neuen Belag draufzulegen - wahrscheinlich irgendwas mit Vinyl oder ähnlichem. Aber ich frage mich: Was muss ich eigentlich alles prüfen, bevor ich da loslege? Ich hab gelesen, dass alter Estrich aus den 70ern manchmal Probleme mit Feuchtigkeit hat, oder dass er einfach nicht mehr eben ist. Stimmt das wirklich?
Außerdem: Muss ich den alten PVC überhaupt runtermachen oder kann man drüber verlegen? Ich frag das, weil ich beim alten Zeug nie sicher bin, ob da irgendwas drin ist, das ich nicht anfassen sollte - Stichwort Asbest oder Ähnliches.
Hat jemand so eine Situation schon durchgemacht, speziell bei einem Altbau aus der Zeit? Ich will keinen Pfusch machen und dann nach zwei Jahren wieder alles aufreißen. Was sind die wichtigsten Dinge, die ich wirklich abklären muss, bevor ich irgendjemanden beauftrage oder selbst Hand anlege?
Danke schon mal
Thomas
Ich würde noch einen Punkt ergänzen der oft vergessen wird: Schallschutz. Wenn du auf altem Estrich neu verlegst, überlegt euch was unter den neuen Belag kommt. Gerade wenn im Keller oder unten jemand wohnt oder ihr selbst Räume habt wo's ruhig sein soll. Ich frag das weil wir in unserem Haus das beim ersten Mal komplett ignoriert haben und dann nachgerüstet haben mussten - das ist richtig ärgerlich wenn man alles schon fertig hat und dann nacharbeiten muss. Wir wollen unser Haus ja auch energetisch vernünftig aufstellen, und da gehört für mich auch Schallschutz irgendwie dazu, auch wenns streng genommen anders ist.
Thomas, das ist eine Frage, bei der ich aus dem Berufsalltag direkt sagen kann: Du machst genau den richtigen Schritt, indem du erst fragst bevor du loslegst. Die meisten Probleme, die ich auf Baustellen sehe, entstehen weil jemand einfach drüberlegt ohne zu schauen was unten ist.
Bei Baujahr 1978 würde ich folgendes der Reihe nach prüfen:
1. Asbest: Das ist kein Spaß. PVC-Klebeplatten und Klebstoffe aus dieser Zeit können asbesthaltig sein. Vor dem Rausreißen unbedingt eine Probe nehmen lassen - das kostet ca. 30-80€ beim Labor und gibt dir Sicherheit. Finger weg vom Schleifen oder Reißen ohne Ergebnis.
2. Ebenheit: Estrich aus den 70ern ist oft nicht mehr plan. Zwei Meter Richtscheit drauflegen und schauen - mehr als 3mm Unebenheit auf 2m wird beim neuen Belag zum Problem, besonders bei Klicksystemen.
3. Feuchtigkeit: Folie auf den Boden kleben, Ränder abdichten, 48 Stunden warten. Wenn darunter Kondensat ist, hast du ein ernstes Problem das du lösen musst bevor irgendwas draufkommt.
Über alten PVC verlegen geht manchmal, aber nur wenn er fest klebt, keine Wellen hat und die Asbest-Frage geklärt ist.
Kurz von mir: Ich hab mich hier im Forum schon mal zum Thema Bodenbelag geäußert - was ich dabei auch gelernt hab ist, dass ein schlechter Untergrund am Ende immer teurer wird als alles andere. Lieber 200€ in eine vernünftige Prüfung stecken als später dreimal verlegen.
Ich hab bei mir auf dem Grundstück viel selbst gemacht, auch Böden drinnen. Mein ehrlicher Rat: Den alten Klebstoff beim PVC aus den 70ern NICHT schleifen ohne Asbestfreigabe. Da hab ich einen Nachbarn erlebt, der das auf eigene Faust gemacht hat - das war keine schöne Geschichte danach.
Ansonsten, wenn der Estrich ok ist: Ausgleichsmasse ist dein Freund. Geht gut selbst, wenn man's sauber macht und die Anleitung wirklich liest. Hab damit bei mir im Hauswirtschaftsraum gute Erfahrungen gemacht.