Hallo zusammen,
ich stehe vor der Entscheidung, ob ich für meine geplante PV-Anlage (9,8 kWp) die Kleinunternehmerregelung nutzen soll oder nicht. Der Steuerberater hat mir beide Optionen erklärt, aber ich bin immer noch unsicher.
Kurz zu meiner Situation: Bin Angestellter, keine weiteren gewerblichen Aktivitäten. Die Anlage soll hauptsächlich für den Eigenverbrauch sein, Überschuss wird eingespeist. Erwarte ca. 3000-4000€ Einnahmen pro Jahr aus der Einspeisung.
Mit Kleinunternehmerregelung spare ich mir die Umsatzsteuer-Voranmeldungen, bekomme aber keine Vorsteuer zurück (sind immerhin knapp 3000€). Ohne die Regelung muss ich monatlich ans Finanzamt melden, bekomme dafür aber die 19% Vorsteuer sofort zurück.
Was sind eure Erfahrungen? Bereut jemand seine Entscheidung? Wo lauern Stolperfallen, die man als Laie übersehen kann? Besonders interessiert mich, wie aufwendig die monatlichen Meldungen wirklich sind.
Danke schon mal für eure Hilfe!
Moin Torsten,
bei mir war's ähnlich. Hab mich damals gegen die Kleinunternehmerregelung entschieden und bereue es nicht. Die 3000€ Vorsteuer sofort zurück war einfach zu verlockend. Die monatlichen USt-Voranmeldungen sind mit ELSTER eigentlich kein großer Aufwand - maximal 15 Minuten im Monat. Du trägst die Einnahmen aus der Einspeisung ein und die Ausgaben (Wartung, Versicherung etc.).
Ein Stolperstein den viele übersehen: Du musst auch die selbst verbrauchte Energie als "Entnahme" versteuern. Das vergessen viele am Anfang. Und nach 5 Jahren kannst du dann zur Kleinunternehmerregelung wechseln, falls du willst.
Bei deiner Anlagengröße würde ich definitiv die Regelbesteuerung wählen. Die Vorsteuer-Rückerstattung kompensiert den Mehraufwand locker.
Also bei 3000€ Vorsteuer würd ich schon überlegen... Das ist ne Menge Holz! Hab selbst ne 12kWp Anlage und mach die USt-Voranmeldungen. Ist wirklich nicht so wild, wie alle immer tun.
Aber pass auf: Wenn du dich für Regelbesteuerung entscheidest, musst du 5 Jahre dabei bleiben. Das ist bindend! Und du brauchst dann auch 'ne ordentliche Buchführung - EÜR reicht zwar, aber du musst trotzdem alles sauber dokumentieren.
Mein Tipp: Lass dir vom Steuerberater mal hochrechnen, was bei beiden Varianten unter dem Strich rauskommt. Bei deiner Anlagengröße tippe ich auf Regelbesteuerung.
Ich hab mich für die Kleinunternehmerregelung entschieden und es nicht bereut. Ja, die Vorsteuer ist weg, aber dafür hab ich meine Ruhe. Keine monatlichen Meldungen, keine Buchführung, einfach nur die Einnahmen in der Steuererklärung angeben.
Der Aufwand wird oft unterschätzt - es ist nicht nur die Voranmeldung, sondern auch die ganzen Belege sammeln und ordentlich verbuchen. Gerade am Anfang macht man da schnell Fehler.