Hallo zusammen,
ich bin eigentlich eher im Garten zuhause als in der Küche, aber meine Frau und ich stehen gerade vor einer Entscheidung, bei der ich wirklich nicht weiterkomme. Unsere Küche ist jetzt gut 18 Jahre alt – Korpusse, Schubladen und Scharniere machen noch alles mit, kein Knarzen, nichts verzogen. Aber die Fronten sehen halt aus wie 2006: diese matten Hellbeige-Platten, die an den Kanten leicht absplittern und einfach nicht mehr zeitgemäß wirken.
Meine Frau möchte gerne was Dunkleres, vielleicht ein Graugrün oder Anthrazit. Jetzt haben wir gelesen, dass man Fronten auch einzeln tauschen kann, also ohne die ganzen Korpusse rauszureißen. Das klingt verlockend, weil der Rest der Küche ja wirklich noch funktioniert.
Aber ich frage mich: Lohnt sich das überhaupt? Passen neue Fronten dann zu den alten Korpussen, egal von welchem Hersteller die ursprünglich waren? Und was kostet das ungefähr im Vergleich zu einer kompletten neuen Küche? Ich habe keine Ahnung, was realistisch ist – beim Pflanzen kenne ich mich aus, aber bei Küchen bin ich kompletter Laie.
Wäre schön, wenn jemand aus eigener Erfahrung berichten kann. Wir haben keine Eile, würden das aber vielleicht noch vor dem Herbst angehen wollen.
Als Klempner bin ich in vielen Küchen unterwegs und sehe das regelmäßig. Fronten tauschen ist definitiv machbar und sinnvoll wenn die Substanz stimmt. Was du aber vorher prüfen solltest: Schau mal unter die Spüle und hinter den Schränken wo Wasseranschlüsse sind. 18 Jahre alte Küchen haben oft kleine Feuchtigkeitsschäden an den Korpussen, die man von vorne nicht sieht. Wenn da der Spanplattenboden schon aufgeweicht ist, nützen neue Fronten nichts – dann fängste nach zwei Jahren wieder von vorne an.
Ich sag das nicht um dich zu entmutigen, aber bevor ihr Geld in Fronten steckt, kurz genau hinschauen. Das kostet nix und spart viel Ärger.
Das hab ich bei einem Nachbarn mitbekommen, der hat Fronten tauschen lassen, ca. 1200€ für eine mittelgroße Küche, sah danach aus wie neu. Grundsätzlich würde ich sagen: Wenn die Korpusse wirklich noch solide sind, wäre eine Kompletterneuerung rausgeschmissenes Geld. Macht keinen Sinn.
Was die Maßfrage angeht – da gibt es tatsächlich gängige Standardmaße (60er, 80er Breite usw.), aber die Tiefe und Bohrungen können variieren. Ich würde unbedingt mehrere Angebote einholen und darauf bestehen, dass jemand vor Ort ausmisst, nicht nur nach eigenen Angaben bestellt. Fehler da sind ärgerlich und können teuer werden.
Das Graugrün klingt übrigens gut, liegt voll im Trend gerade – ich hab das bei uns im Bad ähnlich gemacht, manchmal reicht ein optischer Impuls um einem Raum komplett neues Leben zu geben. Beim Küchenstudio würde ich eher vorsichtig sein, oft kommt da schnell der Druck in Richtung Neukauf.
Hi GartenProfi67,
wir haben 2023 natürlich eine komplett neue Küche eingeplant, daher kann ich keinen direkten Vorher-Nachher-Vergleich beim Fronten tauschen liefern. Aber meine Schwiegermutter hat das vor zwei Jahren gemacht und war sehr zufrieden.
Was sie mir erzählt hat: Die Maße der Fronten sind tatsächlich nicht vollständig genormt, also es kommt schon auf den Hersteller an. Manche Anbieter (es gibt einige die sich auf genau das spezialisiert haben) kommen zum Aufmessen und fertigen dann passgenau. Das hat bei ihr insgesamt deutlich weniger als eine neue Küche gekostet, sie sagt so grob ein Drittel des Neuküchenpreises.
Ein Punkt den ich persönlich bedenken würde: Wenn du eh neue Fronten machst und die Küche sowieso offen ist, lohnt es sich vielleicht gleichzeitig zu prüfen ob die Arbeitsplatte noch gut ist. Das wäre der Moment wo ich das machen würde, nicht danach nochmal alles aufmachen.
Ich hab mich da letztes Jahr auch intensiv eingelesen, weil wir ähnliches überlegt hatten. Es gibt mittlerweile einige spezialisierte Online-Anbieter für Ersatzfronten, die nach Maß fertigen. Die Qualität schwankt allerdings erheblich – bei manchen gibt es gute Bewertungen, bei anderen klagen Leute über ungenaue Maße oder Oberflächen die schnell kratzen.
Was ich rausgefunden habe: Die Bohrlöcher für Scharniere sind tatsächlich weitgehend genormt (BLUM und Hettich haben sich da auf einen Standard geeinigt), das ist also meistens kein Problem. Schwieriger wird es bei Sonderlösungen wie Klappfronten für Hochschränke oder bestimmten Ecklösungen.
Bei eurem Farbwunsch (Graugrün / Anthrazit) würde ich auf Echtlack oder eine gute MDF-Oberfläche bestehen, keine Folie – die löst sich gerade an Kanten nach ein paar Jahren ab, und das kennt ihr ja schon von den jetzigen Fronten. Ergonomische Arbeitshöhen planen - bin 1,58m, Mann 1,85m groß – das war übrigens auch für uns interessant, wir denken parallel noch über die Höhenanpassung nach.