Moin zusammen,
ich seh überall diese vertikalen Gärten an Hauswänden. Meine Frau ist total begeistert von den Bildern auf Instagram und Pinterest. Jetzt drängt sie drauf, dass wir auch sowas an unsere südliche Giebelwand machen.
Aber mal ehrlich - ist das nicht einfach wieder so ein Trend, der mehr Probleme macht als löst? Ich kenn das ja schon von teuren Fassadenfarben und "revolutionären" Dachziegeln. Am Ende kostet's ein Vermögen und nach zwei Jahren sieht's schäbig aus.
Was ich mir vorstelle: konstante Feuchtigkeit an der Hauswand, Wurzeln die sich irgendwo festsetzen wo sie nicht sollen, ständiges Gießen im Sommer und im Winter friert eh alles kaputt. Vom Pflegeaufwand mal ganz zu schweigen.
Hat jemand von euch sowas länger als 2-3 Jahre laufen? Wie sieht's mit Schäden am Mauerwerk aus? Und was kostet der Spaß realistisch, wenn man's ordentlich macht - nicht nur so Baumarkt-Pflanztaschen hingetackert?
Bin gespannt auf eure Erfahrungen, besonders die ehrlichen...
Gruß Thomas
Hallo Thomas,
kann deine Skepsis gut verstehen! Wir haben vor 3 Jahren an der Ostseite unseres Fachwerkhauses ein modulares System ausprobiert - allerdings deutlich kleiner als bei den Instagram-Bildern.
Das Wichtigste: unbedingt vom Mauerwerk fernhalten! Wir haben eine Unterkonstruktion mit 15cm Abstand zur Wand gebaut. Bei direktem Kontakt wäre die Feuchtigkeit für unser altes Gemäuer der Tod gewesen.
Die Realität nach 3 Jahren:
- Pflegeaufwand ist heftig, besonders im Sommer täglich gießen
- Manche Pflanzen überleben den Winter nicht, jedes Jahr nachpflanzen
- Kosten: Ca. 800€ für 6qm mit vernünftiger Bewässerung
Positiv: Tatsächlich merkbar kühlere Hauswand im Sommer und die Bienen freuen sich. Aber ehrlich gesagt würde ich's beim nächsten Mal eher klassisch mit Kletterpflanzen am Spalier machen - weniger Hightech, dafür robuster.
Bei denkmalgeschützter Substanz musst du eh erstmal mit der Behörde klären, ob sowas überhaupt erlaubt ist.
Grüße
Thomas K.