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Moos und Algen auf Dachziegeln – wie dauerhaft loswerden?

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Heike M.
Beiträge: 8
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(@heikemueller)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten
[#39]

Hallo zusammen,

ich bin ja eigentlich jemand, der sich gerne um den Garten kümmert – 800 Quadratmeter, die mich das ganze Jahr auf Trab halten. Aber seit ich diesen Sommer mal wieder von der Leiter aus einen kritischen Blick aufs Dach geworfen habe, lässt mich das Thema nicht mehr los.

Die Nordseite ist stellenweise richtig grün. Moos in den Fugen, ein paar Ziegel mit deutlichem Algenbelag. Das Haus steht etwas im Schatten großer Bäume, was sicher nicht hilft. Ich vermute, dass das schon ein paar Jahre so geht – ich hab das einfach nie so genau hingeschaut.

Jetzt hab ich mich ein bisschen eingelesen und bin völlig durcheinander: Die einen schwören auf Hochdruckreiniger, andere sagen, das zerstört die Ziegel. Dann gibt's chemische Mittel, Kupferbleche, Beschichtungen... Ich frage mich, was wirklich langfristig hilft und nicht nur kurzfristig das Moos wegmacht, das dann in zwei Jahren genauso wieder da ist.

Muss ich dafür zwingend einen Dachdecker beauftragen oder kann man da auch selbst was machen? Und falls ja – worauf sollte ich achten? Ich bin eigentlich handwerklich nicht ungeschickt, aber aufs Dach klettern ist nochmal eine andere Sache als Hecke schneiden.

Freue mich über Erfahrungen von euch!

Viele Grüße,
Heike


4 Antworten
Annegret P.
Beiträge: 11
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(@annegretpopp)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich kenn das von meinem Altbau hier in der Innenstadt sehr gut. Die Nordseite ist bei uns das ewige Sorgenkind, gerade weil die Sonne da kaum hinkommt.

Nach meiner Erfahrung – und ich hab da über die Jahre einiges ausprobiert – ist der Hochdruckreiniger wirklich keine gute Idee, zumindest nicht auf älteren Ziegeln. Die Oberfläche wird aufgeraut, und danach siedelt sich das Moos sogar noch schneller an als vorher. Das ist ein sich selbst verstärkender Kreislauf.

Bei historischer Bausubstanz empfehle ich grundsätzlich, vorher mit einem Fachmann zu sprechen, der weiß was er tut. Bei uns hat ein Dachdecker das Moos mechanisch mit weichen Bürsten entfernt und danach eine Imprägnierung aufgetragen. Das war vor etwa vier Jahren, und die Nordseite sieht noch immer deutlich besser aus als vorher. Nicht perfekt, aber beherrschbar.

Die Kupferbleche oder Kupferdrähte am Dachfirst sind übrigens tatsächlich keine Stadtlegende – das Regenwasser nimmt Kupferionen mit und hemmt das Mooswachstum. Aber erstens dauert es, bis das wirkt, und zweitens ist die Wirkung begrenzt auf die Fläche unterhalb des Blechs. Komplett löst das das Problem nicht.

Für dein Dach mit dem Baumschatten würde ich ehrlich gesagt überlegen, ob du langfristig nicht auch an den Bäumen etwas machen kannst – manchmal ist das die eigentliche Ursache.


Antwort
Sandra Kaufmann
Beiträge: 2
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(@sandra89)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hallo Heike,

ich hab mich vor einigen Monaten auch intensiver mit dem Thema Dachziegel beschäftigt (hatte damals einen Gutachter da, der hat mir trotz gutem Dachstuhl neue Ziegel empfohlen) – da wurde das Thema Moos am Rande auch kurz erwähnt.

Der Hochdruckreiniger wurde mir damals tatsächlich abgeraten, zumindest mit zu hohem Druck. Angeblich dringt das Wasser in die Poren der Ziegel und macht beim nächsten Frost mehr kaputt als das Moos selbst.

Was ich seitdem aufgeschnappt habe: Es gibt spezielle Algizide/Moosvernichter für Dächer, die du aufsprühst und dann das Moos einfach absterben und mit Regen abgehen lässt. Kein Schrubben, kein Klettern bis auf das Auftragen. Manche bieten auch eine Art Langzeitschutz durch Imprägnierung hinterher an. Ob das wirklich 5-10 Jahre hält wie versprochen, kann ich ehrlich gesagt noch nicht beurteilen – dafür ist das bei mir noch zu frisch.

Für das Auftragen selbst gibt's Sprühsysteme mit langem Stiel, die man vom Rand aus bedienen kann. Gerade für uns, die nicht unbedingt jede freie Minute auf dem Dach verbringen wollen, klingt das verlockend. Ich würde trotzdem vorher einen Dachdecker um eine Einschätzung bitten, ob die Ziegel generell noch in Ordnung sind – bevor man da drauf rumarbeitet.


Antwort
Hans-Peter A.
Beiträge: 6
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(@hanspeter)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Servus Heike,

bei uns in Bayern hab ich das Problem auch, Nordseite, alte Pfannziegel, viel Schatten vom Nachbargebäude. Ich hab vor zwei Jahren mal einen lokalen Dachdecker draufgeschaut – nicht wegen dem Moos, aber das war dann auch Thema (der Dachüberstand-Streit mit dem Nachbarn hat damals alles ausgelöst).

Der Dachdecker hat mir klargemacht: Selbst rauf und mit dem Hochdruckreiniger drüber ist keine gute Idee, nicht wegen der Ziegel allein, sondern weil du nie weißt wie es darunter aussieht. Ein loser Ziegel, du trittst drauf – das geht schnell schief. Das sage ich nicht um dich zu verschrecken, aber auf dem Dach ist Vorsicht wirklich angebracht, auch wenn man sonst handwerklich fit ist.

Ich hab das von einem Profi machen lassen, der hat die Ziegel mechanisch abgebürstet und danach ein Mittel aufgesprüht. Kosten waren überschaubar, und ich hab damit nicht mehr den Stress. Nach zwei Jahren ist da immer noch deutlich weniger als vorher.

Eines muss ich aber sagen: Solange die Bäume ringsum sind, wirst du das nie ganz in den Griff kriegen. Das Moos kommt wieder. Frage ist ob in zwei Jahren oder in fünf.


Antwort
KuehlKeller
Beiträge: 7
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(@kuehlkeller)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Feuchte Nordseite kenn ich in anderem Zusammenhang gut. Was ich gelernt hab: Das Problem löst sich nie dauerhaft, man kann es nur verzögern. Wer das anders behauptet, verkauft dir was.


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