Stehe vor der Herausforderung, in meinem 1920er Backsteinhaus nachträglich eine Fußbodenheizung einzubauen - die Deckenhöhe ist mit 2,40m schon grenzwertig und ich kann maximal 3-4cm Aufbauhöhe opfern. Welche Systeme eignen sich bei so wenig Spielraum und wie kriege ich das ohne komplette Entkernung der darunterliegenden Zimmerdecke hin?
Als jemand der sich monatelang durch sämtliche Systemvarianten gewühlt hat, kann ich dir das Dünnschichtsystem* mit 18mm Fräsplatten und 12mm Rohren empfehlen - damit kommst du auf etwa 32mm Gesamtaufbauhöhe inklusive Trittschalldämmung. Entscheidend ist dabei die millimetergenaue Vorlauftemperaturberechnung, da bei so geringer Überdeckung die Wärmeverteilung kritischer wird - ich habe mit 35°C Vorlauftemperatur und einer Rohrteilung von 10cm statt der üblichen 15cm optimale Ergebnisse erzielt. Die Fräsplatten lassen sich übrigens problemlos auf den bestehenden Estrich verlegen, ohne dass du an der Decke darunter arbeiten musst. Bei der Rohrleitungsführung solltest du unbedingt die Anschlüsse über Randfugen planen, damit du später bei eventuellen Revisionen nicht den kompletten Boden aufnehmen musst.
Bei meinem 1930er Haus hatte ich das gleiche Problem und habe mich für ein Dünnschichtsystem mit Fräsmethode entschieden - dabei werden nur 12-15mm tiefe Nuten in den vorhandenen Estrich gefräst, die Rohre verlegt und mit Spachtelmasse ausgeglichen. Das Ganze kommt mit nur 2-3cm Aufbauhöhe aus und funktioniert bei mir seit 5 Jahren tadellos. Der Clou ist, dass du von oben arbeitest und die Zimmerdecke darunter völlig unangetastet bleibt - nur etwas Staub musst du in Kauf nehmen. Falls dein Estrich dafür nicht geeignet ist, gibt es auch spezielle Trockenbausysteme mit integrierten Heizrohren, die ebenfalls unter 4cm bleiben.