Hallo zusammen,
mir ist letzte Woche was richtig Unangenehmes passiert und ich wollte mal fragen, wie ihr das so handhabt.
Hatte für die Badsanierung eine Firma beauftragt - schien alles seriös, Handwerkskammer-Eintrag, ordentlicher Kostenvoranschlag über 12.000€. Haben dann 4.000€ Anzahlung verlangt für Material und so. Hab ich gezahlt, weil das ja normal ist.
Jetzt melden die sich seit 3 Wochen nicht mehr. Telefon geht nicht ran, auf der Baustelle war keiner, und heute war ich bei der angegebenen Firmenadresse - da ist ein Kiosk. Die haben wohl nie existiert oder sind über Nacht verschwunden.
Bin jetzt mit 4.000€ weg und das Bad ist immer noch im Rohzustand. Anwalt sagt, Chancen sind schlecht ohne richtige Firmenadresse.
Wie macht ihr das denn? Verlangt ihr irgendwelche Sicherheiten bevor ihr Anzahlungen leistet? Bürgschaft oder sowas? Und wie hoch dürfen Anzahlungen überhaupt sein?
Das ganze Projekt sollte eigentlich vor dem Sommerurlaub fertig werden, jetzt steht alles still. Bin echt ratlos...
Grüße
Martin
Martin,
als jemand der beruflich mit Baustellen zu tun hat: Das läuft leider häufiger als man denkt.
Grundregel bei Anzahlungen: Maximal 10% des Auftragswertes oder der Materialkosten, was niedriger ist. Bei 12.000€ wären das 1.200€ gewesen. Alles darüber ist unseriös.
Vor Auftragsvergabe prüfe ich immer:
- Handelsregister-Auszug (nicht nur HWK-Eintrag)
- Gewerbeanmeldung beim Ordnungsamt
- Vor-Ort-Besichtigung der Firmenadresse
- Referenzen von aktuellen Baustellen
- Bei größeren Summen: Anzahlungsversicherung oder Bankbürgschaft
Bei deinem Fall würde ich sofort Strafanzeige wegen Betrug stellen. Auch wenn die Erfolgsaussichten gering sind, braucht die Polizei die Meldung für die Statistik.
Bei meiner eigenen Badsanierung hab ich deshalb alles selbst koordiniert und nur Einzelgewerke beauftragt.
Oh Martin, das tut mir echt leid für dich! Hab letztens erst hier im Forum geschrieben, dass man hier oft gute Tipps bekommt - hoffe, diesmal klappt's bei dir auch.
Ich verlange mittlerweile IMMER eine Bürgschaft von der Hausbank oder eine Anzahlungsversicherung, bevor ich auch nur einen Euro zahle. Kostet zwar 1-2% extra, aber besser als deine Situation.
Und 4.000€ von 12.000€ ist definitiv zu viel! Normal sind maximal 10-15% Anzahlung, alles andere sollte nach Baufortschritt gezahlt werden. Bei meiner letzten Badsanierung hab ich nur 1.200€ angezahlt für Material und den Rest in Raten nach Gewerken.
Hast du schon bei der Handwerkskammer nachgefragt? Die haben manchmal einen Schlichtungsservice. Und falls du über Kreditkarte gezahlt hast, könntest du ein Chargeback versuchen.
Drück dir die Daumen, dass sich das noch löst!
Ach Martin, das ist ja schrecklich! Bei meinem Badumbau letztes Jahr war ich auch sehr vorsichtig geworden.
Ich mache es mittlerweile so: Anzahlung nur gegen Materiallieferung auf die Baustelle. Also die bezahlen erstmal vor und bringen die Fliesen, Sanitärgegenstände etc. zu mir. Erst wenn alles da ist, gibt's das Geld.
Das mit den 4000€ ist echt heftig. Normalerweise sollten die höchstens das Material vorfinanzieren müssen, aber niemals Lohn und Gewinn im Voraus bekommen.
Frag mal bei eurer Verbraucherzentrale nach, die haben oft Listen von schwarzen Schafen. Und beim nächsten Mal lieber regionale Handwerker nehmen die schon länger am Ort sind. Die können ja nicht so leicht verschwinden.
Die Zeit wird knapp bis zum Urlaub, aber vielleicht findest du ja noch jemand seriöses für einen Teilausbau?
Ich hab da gute Erfahrungen gemacht mit einer Plattform, wo du mehrere Handwerker aus der Region vergleichen kannst. Hat mir damals echt Zeit gespart und ich konnte die Angebote direkt nebeneinander legen. Ein Kollege nutzt das auch regelmäßig für solche Projekte. https://dienstleister-portal.com/badsanierung-in-der-naehe/