Hallo zusammen,
ich bin jetzt 35 Jahre Hausbesitzer und habe vieles selbst gemacht, aber bei Malerarbeiten bin ich ehrlich gesagt nie ganz sicher gewesen. Nächste Woche wird es ernst – meine Gartenseite muss neu gestrichen werden, und ich wollte eigentlich noch Restbestände von der letzten Innenstreicherei verwenden. Meine Nachbarin meint, das geht nicht, aber ihre Erklärung war mir zu oberflächlich.
Was genau unterscheidet Innenfarbe von Außenfarbe? Ist es nur die Haltbarkeit gegen Regen und UV-Strahlung, oder sind da noch andere Komponenten drin, die wichtig sind? Kann ich notfalls Innenfarbe auf die Außenseite tragen, wenn ich vielleicht zwei oder drei Schichten mache? Kosten sind mir nicht egal, aber auch nicht das Wichtigste – ich will nur wissen, ob ich Geld verschwende oder ob das funktioniert.
Danke für konkrete Infos!
Lieber Helmut,
da würde ich dir ehrlich raten: Finger weg von Innenfarbe außen. Der Unterschied ist nicht nur oberflächlich. Außenfarben haben spezielle Bindemittel und Zusatzstoffe, die UV-Schutz bieten und Feuchtigkeit regulieren – Innenfarben können da nicht mithalten. Nach einer Saison oder zwei bekommst du Abblätterungen, weil die Farbe nicht elastisch genug ist und bei Temperaturschwankungen reißt.
Bei meinen Renovierungen alter Häuser sehe ich das leider immer wieder: billige Arbeiten, die drei Jahre später wieder gemacht werden müssen. Nimm dir die Zeit, richtige Außenfarbe zu kaufen. Das spart dir später Ärger.
Helmut, gute Frage. Aus technischer Sicht: Außenfarben haben höhere Bindemittelanteile, UV-Filter und Fungizide gegen Algenbefall. Innenfarben sind auf Lüftung und Feuchteregulierung im Raum optimiert, nicht auf Wetterschutz. Zwei bis drei Schichten Innenfarbe außen? Würde nicht reichen – nach kurzer Zeit Verfärbungen und Abplatzungen, besonders im Herbst/Winter mit Feuchtewechsel. Bei meinen Mehrfamilienhäusern in Hannover habe ich das kalkuliert: kostet euch später mindestens doppelt so viel für die Nachbesserung. Spar dir das.